Investor will Tivoli wiederbeleben

Andreas Scholz plant den Kauf des einstigen Olbernhauer Veranstaltungshauses. Die eigentlichen Herausforderungen kommen aber erst noch.

Olbernhau.

Investor Andreas Scholz hat Großes vor: Seit Jahren arbeitet er mit seiner Burgstädter Firmengruppe Chreans - sie hat sich auf die Sanierung und auf die Umnutzung historischer Bauten spezialisiert - an einem Konzept zur Wiederbelebung des ehemaligen Olbernhauer Veranstaltungshauses Tivoli. Inzwischen sind auch die Verhandlungen mit der jetzigen Eigentümerin Kerstin Drechsel fortgeschritten, sodass ein Kaufvertrag bald unterzeichnet werden könnte. Ähnlich sieht es beim benachbarten leerstehenden Kino aus. Scholz will das Gebäude für medizinische Zwecke nutzen. Auch das Gelände der Wema-Fabrik möchte er erwerben. Dafür steht er mit Eigentümer Torsten Enders, geschäftsführender Gesellschafter des Wärmetauscherherstellers Wätas, in Kontakt.

Ihm sei daran gelegen, das gesamte Areal zu entwickeln, sagte Andreas Scholz im Gespräch mit "Freie Presse". Dem Tivoli will er zu neuem Glanz verhelfen. Dafür sei es nötig, viel Geld zu investieren. Wie viel, dazu äußerte er sich noch nicht. So müsse die Fassade erneuert werden. Das Dach soll wieder das ursprüngliche Aussehen erhalten. Im Inneren werde unter anderem die komplette Haustechnik ersetzt. Auch die Barrierefreiheit und der Brandschutz seien wichtig. In Anbetracht des enormen Aufwandes soll die Eröffnung frühestens Ende 2022 erfolgen. Als Baustart ist 2020 vorgesehen.

Das Ziel: Künftig sollen im Tivoli wieder Veranstaltungen stattfinden, so wie es einst der Fall war. Laut Scholz sind Konzerte, Familienfeiern, Jugendweihen und vieles mehr denkbar. Er will erreichen, dass auch bekannte Künstler auftreten. Vor einigen Monaten hatte Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) betont, dass etwa Helene Fischer in die Region geholt werden könnte. "Warum nicht", findet Andreas Scholz, obgleich der Weg bis dahin weit sei. Er kann sich über längere Sicht selbst Fernsehübertragungen vorstellen. Mögliche Vorteile für die Stadt: mehr Touristen, mehr Übernachtungen, mehr Kaufkraft.

Das Kino soll ebenfalls umfangreich erneuert werden. Für die Nutzung kommen laut Andreas Scholz zum Beispiel Palliativmedizin, ein Hospiz und außerklinische intensivmedizinische Pflege infrage. Die Einrichtung sei in Ergänzung zum neuen Ärztehaus und der geplanten Poliklinik vorgesehen. Wichtig für das Konzept findet der Investor die benachbarte Wema. Er will sie abreißen lassen. So würde eine begrünte Freifläche entstehen, die das Areal auflockert. Torsten Enders zeigte sich auf Nachfrage offen für einen Verkauf. Ursprünglich wollte er in der Fabrik innovative Brennstoffzellen produzieren. Dafür werde er andere Kapazitäten nutzen, so Enders. "Wir erwerben eine größere Firma. Sie befindet sich in Sachsen."

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