Kurioses bei Vergaben für Gebäudesanierung

Das Haus Markt 4 in Scheibenberg steht vor der Fertigstellung. In der jüngsten Stadtratssitzung wurden viele wichtige Bauarbeiten an Firmen vergeben. Doch nicht jedes Angebot war auch seriös.

Scheibenberg.

Seit 2015 wird das denkmalgeschützte Gebäude Markt4 in Scheibenberg saniert. Dass sich die Arbeiten so lange hinziehen, hat zum einen mit dem Umfang der Bauarbeiten zu tun. Außerdem sorgte zwischenzeitlich auch ein Baustopp aufgrund eines Rechtsstreites für Verzögerungen. Doch nun befindet sich die Sanierung langsam aber sicher in der finalen Phase.

Im jüngsten Stadtrat standen aus diesem Grund auch gleich mehrere Vergaben auf der Tagesordnung. Dabei zeigte sich, dass nicht jedes Bauunternehmen ein ernsthaftes Angebot einreicht. Beispiel Fliesenlegerarbeiten: Die Bauverwaltung schrieb diesen Auftrag wie gewöhnlich aus, Firmen sahen sich die geforderten Leistungen an, unterbreiteten ein Angebot. Alles normal. Wäre da nicht die unglaubliche Spanne. Diese bewegte sich laut Bauamtsleiter André Bergmann zwischen knapp 28.000 und mehr als 130.000 Euro. Schlappe 100.000 Euro Unterschied. Das Rennen machte in diesem Punkt das günstigste und damit auch wirtschaftlichste Angebot eines Crottendorfer Fliesenlegers. Dieses lag zudem auch noch unter der Kostenschätzung.

Damit aber nicht genug. Für das Los der Schlosserarbeiten gab es einen ähnlichen Fall. Unter anderem suchte die Stadt Scheibenberg ein Unternehmen, das sich um die Handläufe im Treppenhaus kümmern soll. Einer der Bieter wollte exakt 33.333 Euro und 33 Cent für diese handwerklichen Arbeiten haben, erklärte Bürgermeister Michael Staib mit einem Schmunzeln. Hoch gepokert. Denn am Ende lag das wirtschaftlichste Angebot bei rund 5300 Euro. Die Kostenschätzung des Planungsbüros hatte dafür sogar noch einmal 1000 Euro weniger vorgesehen.

Bei den Malerarbeiten ging es in die andere Richtung. Einer der Bieter musste ausgeschlossen werden, weil das unterbreitete Angebot zu sehr nach unten abwich und das Unternehmen im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nicht nachweisen konnte, wie es die geforderten Arbeiten für diesen Preis schaffen will. Rund 50.000 Euro werden die Malerarbeiten nun kosten. Doch nicht bei allen Gewerken kam es zu den beispielhaft aufgeführten kuriosen Angeboten. Bodenlegerarbeiten, Parkettverlegung und Elektrotechnik konnte ohne besondere Vorkommnisse vergeben werden.

Im Frühjahr 2020 soll die Sanierung des Hauses Markt4, das mehr als 300 Jahre alt ist, abgeschlossen werden, teilte André Bergmann mit. Die Gesamtkosten bewegen sich laut seinen Worten im Rahmen der Kostenschätzung. Etwa 1,3 Millionen Euro sind kalkuliert.

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