Modenacht: Kleider, Musik und eine zukünftige Braut

Die Innenstadt von Annaberg platzte am Samstagabend aus allen Nähten. Und manche Erzgebirger nutzten die Partystimmung gleich noch für etwas anderes.

Annaberg-Buchholz.

Auf den Straßen der Annaberger Altstadt herrscht gegen 20 Uhr dichtes Gedränge. Vor den Bühnen und Laufstegen haben sich Menschentrauben gebildet. Der Markt ist sehr gut gefüllt. Wer auf der Suche nach Kulinarischem ist, muss Schlange stehen. Die Galerie West hingegen liegt in der Kupferstraße etwas abseits. Aber auch dort warten um diese Zeit viele Modeinteressierte. Es ist sicherlich ein kleinerer Kreis als vor den Laufstegen in den Straßen, aber die Gäste wirken mit einem Glas Sekt in der Hand und Fotokameras um den Hals sehr ge- und entspannt. Die tschechische Designerin Lada Vyvialová, so verspricht es das offizielle Modenacht-Programm, präsentiert ihre neueste Kollektion. Wer seinen Blick durch die Galerie streifen lässt, findet unter den Gästen sehr schnell Freunde des Modelabels Lada. Der besondere Stil sticht einfach ins Auge.

Als die Modenschau beginnt, zeigt sich das noch mehr. Lada Fashion steht für hochwertige, fließende Stoffe, schlichte Schnitte, die aber immer einen besonderen Hingucker haben. Natürliche Farben und schwarz dominieren das Bild. Die Models sind Menschen von nebenan, verrät Stepánka Fischerová aus Prag, die den Kontakt zur Galerie West hergestellt hatte. "Wir wollen zeigen, dass Lada-Mode jeder tragen kann, deshalb sind unsere Models 16, 17 und 19, aber auch 40 und 50", erklärt sie auf Deutsch den Gästen und bekennt: "Ich trage seit 15 Jahren selbst Lada-Mode und bin seither begeistert." Die Designerin lasse hauptsächlich in Tschechien produzieren.

Für die 16-jährige Kim Reither aus Reitzenhain ist der Modellauftritt eine Premiere. "Die Mode ist sehr ansprechend. Die Produkte sind alle sehr weich. Die Materialien schön." Und sie ergänzt: "Ich würde es sicherlich nicht im Alltag tragen, sondern, eher bei besonderen Anlässen." Auch die 19-jährige Eileen Engelbrecht erlebte ihre Modellpremiere. "Es sind viele neue Eindrücke. Es war alles sehr aufregend." Allerdings gibt die junge Frau auch zu: "Es ist nicht alles mein Geschmack, aber einige Stücke haben mit sehr gut gefallen."

Besucherin Peggy Seifert aus Hohndorf sieht das anders: "Mir gefällt diese Mode richtig gut. Sie ist wandelbar und individuell. Sie trägt sich schön. Ich habe einen Rock, der sitzt auch nach vier Jahren immer noch perfekt." Auch der Preis sei für diese Qualität in Ordnung. "Es ist etwas Besonderes." Ein kurzes Kleid von Lada Fashion kostet knapp über 100 Euro. Trotzdem ist Sylvia Eger aus Annaberg skeptisch: "Es ist eine Alternative, die sich allerdings schwer durchsetzen wird. Es ist schwierig, sich als tschechische Designerin auf dem deutschen Markt zu etablieren."

Doch die Modenacht präsentiert sich nicht ausschließlich im "Designer-Look". Sie war zudem mit Schminkpuppen und Spielstation familienfreundlich. Susanne Wähner aus Königswalde ist mit ihrer fünfjährigen Tochter Anna unterwegs: "Ich war schon lange nicht mehr hier, bin ganz angetan. Vor allem das Angebot für die Kinder ist gut", sagt sie. Mit Stereoact ist die Modenacht zu vorgerückter Stunde auch rockig und mit De Buchholzer alias Jörg Heinicke und Renè Auerswald etwas schräg. Alice May aus Cunersdorf, die ihren Abschied vom Junggesellinnendasein feiert, fühlt sich an der Bühne der Buchholzer dennoch pudelwohl und macht jeden Spaß mit. "Meine Freundinnen haben den Abschied organisiert", sagt sie. Und Melissa Petzold ergänzt: "Es musst die Modenacht sein, hier ist viel los - so ist das super."

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