Nachwuchs des Bergmusikkorps legt keine Sommerpause ein

Lange musste das "Frisch- Glück"-Orchester pausieren. Nun wird wieder regelmäßig geprobt. In den nächsten Wochen ist aber noch mehr geplant. Zudem hat es an der Vereinsspitze einen Wechsel gegeben.

Annaberg-Buchholz.

Motörhead-Band-Shirt, langer Bart: Der neue Beauftragte für die Nachwuchsarbeit des Bergmusikkorps "Frisch Glück" fällt auf. Doch viel wichtiger - er hat Ideen parat, wie neue Mitglieder für den Verein gewonnen werden können. Dabei legt Bernhard Staudte-Schramm (33) aber nicht nur Wert auf das Musikalische. Ihm geht es darum, Kinder und Jugendliche gerade nach der langen Corona-Pause, in der weder Schule noch Orchesterproben stattfinden konnten, von den Smartphones und Fernsehgeräten weg zu bekommen, ihnen Erlebnisse des Miteinanders zu verschaffen. Aus diesem Grund wird in diesem Jahr auch in den Sommerferien weitergeprobt. Jeden Donnerstag von 16 bis 17.30 Uhr erklingen die Instrumente des Nachwuchsorchesters, in dem auch erwachsene Anfänger ihre ersten musikalischen Schritte gehen können. Wer Interesse hat, ein Instrument zu lernen, könne spontan in der Festhalle vorbeikommen. "Bei uns ist keiner zu alt, um ein Instrument zu lernen", so Staudte-Schramm. Zusätzlich bietet der Verein jeden Dienstag eine Art Ferienprogramm für die jungen Musiker an. "Wir wollen die Kinder mit ihrer Heimatstadt verwurzeln", erklärt Bernhard Staudte-Schramm. Mit Wanderungen, Bergbaugeschichte, Filmen und Co sollen Musik und Tradition zusammengebracht werden.

Dass der Verein auch bisher schon sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet hat, beweisen Zahlen. Von den 113 Mitgliedern sind 40 im Alter bis zu 27 Jahre. Das Nachwuchsorchester gibt es seit 2001. Vor vier Jahren wurde zudem das Projekt Bläserklasse am Bildungszentrum "Adam-Ries" ins Leben gerufen.

Auch der neue Vorstandsvorsitzende des Bergmusikkorps "Frisch Glück" Annaberg-Buchholz/Frohnau sieht den Fokus unter anderem auf der Jugendarbeit. Seit Kurzem hat Jürgen Kannegießer das Amt inne. Er ist damit Nachfolger von Wiete Spenke, die in den vergangenen zwei Jahren Vorstandsvorsitzende des Vereins war. Und Kannegießer ist ein Beispiel dafür, dass man nicht unbedingt ein Instrument spielen muss, um im Bergmusikkorps mitarbeiten zu können. Die musikalische Leitung hat weiterhin Dirigent Jörg Küttner inne, Jürgen Kannegießer hält die übrigen Fäden zusammen, kümmert sich um Sponsoring und Co. Und der Verein will künftig auch jungen Menschen die Chance geben, sich im Verein zu engagieren, auch wenn sie kein Instrument spielen wollen. Bernhard Staudte-Schramm hat zum Beispiel die Idee, auch Wissen im Bereich Beschallung und Technik weiterzugeben. Denn für Auftritte braucht es viel mehr als nur Musiker.

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