Nähwerkstatt und Co sollen Altmarkt bereichern

Zwei Ehepaare aus der Region wollen in Geyer ein neues Angebot für Familien schaffen. Mitte Juni soll alles fertig sein. Das Ganze basiert auf ehrenamtlichem Einsatz. Bei der Finanzierung spielt etwa gebrauchte Kleidung eine Rolle.

Geyer.

Noch sind die großen Fenster mit Folie zugeklebt. Die schützt sie vor Farbspritzern - denn im Erdgeschoss des Gebäudes Altmarkt 7 in Geyer wird renoviert. Zwei Ehepaare aus der Region wollen dort ein besonderes Projekt verwirklichen und einen Treffpunkt für Familien schaffen. Das Herzstück soll eine Nähwerkstatt sein - ein offenes Angebot für alle. "Dort kommt auch eine Kinderspielecke hin", sagt Andrea Rex. Sie packt mit ihrem Mann Sieghart an, um die Pläne zu verwirklichen. Neben dem Ehepaar aus Geyer sind Helga und Günter Hegenbarth aus Sehma mit im Boot. Träger des Projekts wird die Freie Evangelische Gemeinde Chemnitz sein. Auch der Tag der Eröffnung steht schon fest: der 16. Juni.

Neben der Nähwerkstatt soll ein Secondhand-Shop entstehen, um das Ganze zu finanzieren. Die Betreiber hoffen, dass dafür gut erhaltene Oberbekleidung für Kinder und Erwachsene gespendet wird. Denn die beiden Frauen werden ehrenamtlich tätig sein, um Groß und Klein Kniffe beim Nähen nahezubringen. Den fachlichen Hintergrund dafür bringen sie mit: Andrea Rex ist Industrieschneidermeisterin, Helga Hegenbarth Herrenschneidermeisterin.

Zunächst wird an zwei Tagen pro Woche geöffnet. "Die Idee ist, dass es später mehr wird. Das Ganze soll wachsen", sagt Andrea Rex. Die Entscheidung für das Gebäude am Altmarkt sei mit Bedacht gefallen. "Mein Mann und ich, wir kommen aus Geyer und haben ein Herz für Geyer. Wir haben den Ort im Zentrum bewusst gewählt und hoffen, dass das ein bisschen Aufbruchstimmung nach sich zieht", sagt die Erzgebirgerin. Denn in Geyer steht so manches Geschäft leer - allerdings tut sich am Altmarkt noch mehr. Voraussichtlich Mitte Juni soll der Abriss des einstigen "Bayrischen Hofes" beginnen, einer großen Brache. Die Freifläche wird danach im Auftrag der Stadt neu gestaltet - nach jetzigem Stand etwa mit viel Grün, Sitzwürfeln und einem Wasserspiel für Kinder. Das Ganze ist dann nur wenige Meter entfernt vom Treffpunkt, den die Familien Rex und Hegenbarth schaffen wollen. Das passe natürlich sehr gut zusammen.

Kennengelernt haben sich die beiden Frauen, weil beide Familien Pflegeeltern sind. Auch zu diesem Thema könne daher bei Bedarf in der neuen Anlaufstelle informiert werden - Andrea Rex hat auch eine Qualifikation als Traumapädagogin. "Wir würden Menschen, die eventuell Pflegeeltern werden wollen, im anfänglichen Entscheidungsprozess begleiten", sagt sie. Zudem könne man ebenfalls an Fachleute weitervermitteln - etwa mit Unterstützung des Vereins Lebenshaus Lichtenstein.

Bei den Verantwortlichen in Geyers Rathaus freut man sich über die neue Initiative und die Wiederbelebung in diesem Bereich des Altmarkts. "Es ist natürlich gut, dass dort gerade für junge Familien ein Anlaufpunkt entsteht", sagt Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke). Daher sei vom Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport auch der Vorschlag eingebracht worden, das Projekt mit einer Anschubfinanzierung zu unterstützen. Der Stadtrat habe bestätigt, dass dafür 1000 Euro weitergereicht werden, die die Stadt Geyer als Sponsoring von den Stadtwerken Annaberg-Buchholz erhalten hat.

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