Neubau von Vier-Sterne-Hotel in Oberwiesenthal abgelehnt

Eine Bauvoranfrage für das Areal des ehemaligen Alten Clubs sorgte im Technischen Ausschuss des Stadtrates für einige Diskussionen. Ist das Vorhaben damit gescheitert?

Oberwiesenthal.

Es ist fast sechs Jahre her, dass ein Feuer den Alten Club in Oberwiesenthal zerstört hat. Drei Jahre später wurde die Brandruine abgerissen. Wieder drei Jahre später liegt in der Stadt Oberwiesenthal eine sogenannte Bauvoranfrage auf dem Tisch, die eine Nachnutzung des Areals beinhaltet. Dabei geht es um den Neubau eines Vier-Sterne-Hotels mit Tiefgarage und Gastronomie. Errichten will es der Eigentümer des Grundstückes und Besitzer des früheren Alten Clubs. Der Technische Ausschuss des Stadtrates, der am Dienstagabend darüber befinden sollte, war allerdings von dem Vorhaben wenig angetan.

Die Pläne sehen laut Caroline Hoffmann, Mitarbeiterin Bauangelegenheiten in der Stadtverwaltung, den Neubau eines 43 mal 43 Meter großen Gebäudes vor. Das soll über 90 Zimmer beziehungsweise Suiten, unter anderem mit Balkonen, verfügen. Im Gastronomiebereich sind 200 Plätze vorgesehen. Die Dachterrasse soll über einen ganzjährig nutzbaren Pool verfügen. Für das Parkhaus sind 100 Plätze konzipiert, so Hoffmann. Als Zielgruppen seien sowohl Individualtouristen als auch Tagungs- und Seminargäste angegeben worden.

Laut Flächennutzungsplan spreche an dieser Stelle nichts gegen den Bau eines solchen Hotels, sagte Bürgermeister Mirko Ernst (FDP). Unabhängig davon äußerte er mehrere Bedenken. So sind ihm die 100 Stellplätze, die geschaffen werden sollen, zu wenig. Erfahrungsgemäß würden schon das Personal, das in aller Regel von außerhalb einpendele, schon einen Großteil davon belegen. Auch steht ihm für die Schneeberäumung zu wenig Fläche zur Verfügung. Das größte Problem aber, das Ernst und mehrere Mitglieder des Ausschusses sahen, ist die Zufahrt. Über den Büttnerweg, der in den Unterlagen mit angegeben sei, könne zum Beispiel keine Müllentsorgung gewährleistet werden. Er sei einfach dafür nicht ausgelegt. Und auch die Vierenstraße, über die die künftigen Hotelgäste anfahren müssten, sei an der Stelle ein "neu-ralgischer Punkt". Heinz-Michael Kirsten (CDU) sah das ähnlich. Erik Schulze (ebenfalls CDU) sagte, dass er Kenntnis davon habe, dass sich Anwohner schon jetzt Sorgen um den zu erwartenden Verkehr machen. Er regte an, über ein generelles Verkehrskonzept zu reden, damit nicht immer nur Insellösungen gefunden werden müssen.

Am Ende der Debatte verweigerte der Technische Ausschuss einstimmig das gemeindliche Einvernehmen für das Vorhaben. Das Projekt ist damit aber noch nicht generell vom Tisch. Sollte der Investor irgendwann den nächsten Schritt gehen und einen Bauantrag stellen, so entscheidet darüber final die Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt.

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