Neue Gästetaxe wird schon ab erster Übernachtung fällig

Die Umbenennung der bisherigen Kurtaxesatzung bedeutet nicht nur einen neuen Namen. Es gibt auch mehrere Änderungen - etwa bei den Preisen.

Annaberg-Buchholz.

Zum 1. Januar nächsten Jahres tritt in Annaberg-Buchholz eine Gästetaxesatzung in Kraft. Das hat der Stadtrat während seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Damit wird die bisher gültige Kurtaxesatzung abgelöst. Wie Franziska Herzig, Fachbereichsleiterin Kultur, Tourismus und Marketing, dazu erklärte, ist es mit einer bloßen Namensänderung aber nicht getan.

Mit der neuen Satzung müssen künftig auch Geschäftsreisende die Gästetaxe entrichten. Zudem muss diese ab der ersten Übernachtung gezahlt werden. Aktuell wird erst ab der zweiten Übernachtung Kurtaxe fällig. Und auch die Höhe verändert sich. Liegen die derzeit noch gültigen Sätze der Kurtaxe bei 1 Euro pro Person in der Hauptsaison und 80 Cent in der Nebensaison soll die Gästetaxe ganzjährig bei 1,80 Euro (ermäßigt 90 Cent) je Person und Tag liegen. "Damit positioniert sich Annaberg-Buchholz im Vergleich zu umliegenden Kommunen im mittleren Feld", so Herzig. Sie führte als Vergleichsgemeinden Oberwiesenthal mit 2,10 Euro pro Person und Tag, Jöhstadt mit 1,50 Euro und Seiffen mit 2 Euro an. Da es sich bei der Gästetaxe nicht um eine Steuer im klassischen Sinne handelt, erhielten die Übernachtungsgäste im Gegenzug eine Gästekarte. Darüber könnten sie mehr als 200 rabattierte Angebote in der Region nutzen.

Insbesondere der Preis sowie die Tatsache, dass die Gästetaxe künftig auch Geschäftsreisende zahlen müssen, sorgte unter den Stadträten für einige Diskussion. So argumentierte etwa Dietmar Lang (CDU) gegen die 1,80 Euro, da der Kreisstadt touristisch betrachtet vieles fehle. Als Beispiel nannte er etwa Skilift und Caravan-Stellplatz. Andererseits brauche die Stadt dringend Geld für ihre touristische Infrastruktur, hielt wiederum Rat Karl-Heinz Vogel (FWG) dagegen.

Das untermauerte auch Herzig. Die Stadt lebe auf touristischem Gebiet von der Substanz, sagte sie. Das sei nicht gut. Die Qualität der Wanderwege habe sich verschlechtert, es gibt ein nur unzureichendes Radwegenetz und in den Museen müsse man erhebliche Mängel konstatieren gepaart mit einem weiteren deutlichen Besucherrückgang. "Wir müssen dringend in die touristische Infrastruktur investieren, wenn wir weiterhin einen Anstieg der Besucherzahlen haben wollen", betonte Herzig. Mit rund 46.600 Gästen in Betrieben mit mehr als zehn Betten habe es einen solchen in diesem Jahr gegeben.

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