Neue Grenzregeln sorgen für Verwirrung

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Die Einführung der Grenzkontrollen hat auch im Erzgebirge Probleme verursacht. "Freie Presse" hat sich vor Ort umgeschaut.

Erzgebirge.

Aus Angst vor ansteckenderen Corona-Mutationen gelten seit Sonntag verschärfte Einreiseregelungen für Menschen aus Tschechien und Österreich. Auch in den Grenzgebieten im Erzgebirge wurde daher am Wochenende massenhaft kontrolliert.

In Reitzenhain traf die Bundespolizei am Samstag erste Vorkehrungen. Die ehemalige Kontrollstelle direkt am Parkplatz wurde reaktiviert. Die Beamten mussten dafür zunächst den Weg in das Verwaltungsgebäude frei schaufeln. Zudem wurde ein Kontrollzelt eingerichtet. Der Aufbau dauerte bis in die Abendstunden. Am Sonntag folgten die Kontrollen von allen Auto- und Lkw-Fahrern. Die nach Deutschland Reisenden müssen neben einem Coronanegativtest auch eine Einreiseanmeldung vorweisen. Einige mussten wieder umkehren. Andere füllten bei den Beamten die Anmeldebescheinigung aus. Die Folgen: Wartezeiten und Stau. Oft mussten die Beamten mit den Arbeitgebern telefonieren und erklären, dass die Pendler gar nicht einreisen dürfen oder welche Unterlagen fehlten.

Am Grenzübergang in Bärenstein wurde bereits am Samstag kontrolliert. Einige Pendler kamen mit den Beamten ins Gespräch. Sie hatten Fragen, wie genau es für sie weitergeht. Jörg Gerhardt ist Deutscher, wohnt aber in Tschechien. "Ich habe alles in Weipert, ich weiß nicht so richtig, wie es weiter geht. Wie der Bundespolizist gesagt hat, wäre das Pendeln für mich möglich." Gerhardt habe im Gesundheitsamt und beim Polizeipräsidium angerufen: "Es kann dir keiner eine vernünftige Aussage geben." Selbst die Bundespolizisten waren in Erklärungsnot, konnten keine zuverlässigen Aussagen treffen.

In Johanngeorgenstadt stand am Sonntag der mobile Grenzzaun samt Vollsperrscheibe für die Verbindungsstraße ins tschechische Potucky schon bereit, um den Übergang zu schließen. Doch kurzfristig wurde entschieden, dass alle Straßen zwischen Freistaat und Tschechien geöffnet bleiben. Die Zugverbindung zwischen Johann'stadt und Potucky ist derweil unterbrochen.

Ab Sonntagmorgen kontrollierte eine Streife der Bundespolizei Klingenthal den spärlichen Verkehr am ehemaligen Grenzübergang in der Bergstadt. Bis zum frühen Nachmittag wollten etwa 20 Fahrzeuge ein- oder ausreisen. Die meisten seien Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen oder Kliniken gewesen. Sie müssen bis Dienstag lediglich glaubhaft machen, dass sie in dem Bereich tätig sind, dann dürfen sie durch. "Danach brauchen sie eine amtliche Bescheinigung des Freistaates", sagt Bundespolizeisprecher Eckhard Fiedler. Zudem schickten die Beamten einige Erzgebirger weg, die ohne triftigen Grund die Grenze übertreten wollten. Ein Bulgare, der in Deutschland lebt und arbeitet, reiste nach Tschechien ein. Als er zurück wollte, wiesen die Beamten ihn ab. Er musste nach Klingenthal fahren, wo Corona-Schnelltests möglich sind. Die Bundespolizei werde weiter sporadisch in Johann'stadt kontrollieren, so Fiedler. Außerdem laufe der Streifendienst in der Stadt.

Während es am Pkw-Übergang ruhig blieb, herrschte an einigen Wander- und Skiwanderübergängen entlang der Kammloipe ordentlich Betrieb. Am Imbiss "Celnik" drängten sich Dutzende Menschen - ohne Masken und ohne Abstand. Eckhard Fiedler sagt, die Bundespolizei kenne das Problem. Doch der Imbiss liege auf tschechischem Hoheitsgebiet. Da fehle die Handhabe.

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