Neundorfer bringen Schnitzkunst und Oldtimer unter ein Dach

In der Neundorfer Turnhalle ist schon Weihnachten. Vier Festtage sind geplant - mit einer ungewöhnlichen Kombination.

Neundorf.

Das Anschieben der Neundorfer Ortspyramide geht in diesem Jahr eher als sonst über die Bühne. Schon ab morgen ist das 40 Jahre alte Schmuckstück in der Turnhalle zu sehen - und noch viel mehr. Bis Sonntag sind vier Festtage geplant, mit der Ortspyramide im Mittelpunkt. Diese ist am vergangenen Samstag aufgebaut worden, von 15 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und des Oldtimer-Technik-Vereins Neundorf.

Das ging zum Teil lautstark ab, wenn wieder der 17er Schraubenschlüssel oder die 13er Nuss gesucht wurde. Mitten im Gewusel, quasi als Fels in der Brandung, war Lars Gärtner, Mitglied der Feuerwehr, Chef des Oldtimervereins und von Haus aus mit der Pyramide vertraut. "Ich bin, seitdem ich denken kann, beim Aufbau mit dabei, aber in diesem Jahr machen wir es anders", erzählt der Neundorfer. 1975 wurde zum ersten Mal die mehr als fünf Meter hohe Pyramide aufgebaut, gefertigt wurde sie von Handwerkern aus dem Ort. Die Schnitzer waren dabei federführend; Schmied, Elektriker und Tischler aus Neundorf legten Hand an. "Damals war Gotthard Groschopp Chef der Schnitzer, dann hatte mein Vater Rainer dieses Ehrenamt inne. Weil nur noch vier Schnitzer aktiv sind, erledigen den Aufbau seit ein paar Jahren die Feuerwehr und der Oldtimerverein", erzählt der 40-Jährige.

1985 hatten die Neundorfer rund um die Pyramide schon einmal ein großes Fest organisiert, gezeigt wurden Klöppelarbeiten und Schnitzereien. Diesmal wird alles etwas anders sein, denn nicht nur der Oldtimer-Technik-Verein präsentiert einige der Schätze, die von den Mitgliedern zum Teil in jahrelanger Arbeit in Schuss gebracht und gehalten worden sind. Eine schwarze DKW KM ist darunter und auch eine weinrote MZ BK 350 wird die Blicke der Besucher von der Ortspyramide ablenken.

Das Motto der Ausstellung lautet "Alte Zeiten (er)leben" - und die alten Motorräder aus Zschopau werden nicht die einzigen Ausstellungsstücke sein, die Geschichte atmen. "Es werden Accessoires zu sehen sein wie Ölkannen, Emailleschilder und Spielzeug. Dazu kommen ein Grammophon und alte Fernseher, damit die Kinder mal sehen, dass es auch ein Leben vor den Flachbildschirmen gab", sagt Lars Gärtner schmunzelnd.

Im Mittelpunkt, und das nicht nur wörtlich, weil mitten in der Turnhalle, steht die Ortspyramide, auf der die alten Figuren zu sehen sind. Darunter sind Bergleute, "dr Holzmah" und das "Beerweibl", "dr Schwammegieher" und der Handwerksgeselle auf der Waltz.

Und natürlich darf der Starenkasten nicht fehlen in Neudorf, das auch "Starendorf" genannt wird. Der Kasten war ursprünglich nicht an der Pyramide. Doch seitdem ein Spaßvogel den Starenkasten einmal an der Ortspyramide befestigt hatte, gehört dieser einfach dazu. Auch ein Osterhase aus Pappe zierte einmal das Bauwerk "Den haben wir aber nicht mehr", sagt Lars Gärtner. Rund um die Pyramide haben Oldtimerfreunde und Feuerwehrleute ein buntes Programm gestrickt, das am Samstag mit der Sauerkrautverkostung inklusive Wellfleischessen den kulinarischen Höhepunkt erleben soll.

Und die Pyramide? Die bleibt nicht etwa in der Turnhalle, denn sie wird in der Turnhalle in der kommenden Woche ab- und auf ihrem Stammplatz vor der alten Schule wieder aufgebaut. Und dann kann auch in Neundorf die Adventszeit so richtig beginnen.

Die Festtage in Neundorf anlässlich 40 Jahre Ortspyramide beginnen morgen 19.30 Uhr mit dem Dia-Vortrag "Deine Heimatkirche erzählt". Am 20. November steht ab 19.30 Uhr der Oldtimer-Technik-Verein Neundorf anlässlich seines zehnjährigen Bestehens im Mittelpunkt. Am 21. November beginnt 19.30 Uhr die Sauerkrautverkostung mit Wellfleischessen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...