Neustart mit 13: Wer hilft Kater Freddy?

In Tierheim-Geschichten stellt "Freie Presse" Bewohner der Anlage bei Neu-Amerika vor. Heute: einen betagten Stubentiger und Mischlingshund Bello. Doch wer kennt Hündin Angel?

Annaberg-Buchholz.

Raus aus seinem alten Zuhause und rein in eine ganz andere Umgebung: Für Kater Freddy hat das neue Jahr mit einer großen Umstellung begonnen. Schon 13 Jahre alt, musste der ältere Herr ins Tierheim "Neu-Amerika" nahe der Kreisstadt umziehen, weil sein bisheriges Frauchen ihn nicht mehr versorgen kann. Eine Situation, die dem molligen Kater in den ersten Tagen schwer gefallen ist. Doch mittlerweile hat er sich laut Tierheimleiterin Peggy Kreher ganz gut eingefügt. "Freddy will aber viel Menschenkontakt, wartet oft an der Tür", sagt sie. Sie hofft möglichst schnell auf ein neues passendes Zuhause für ihn.

Wie soll das aussehen? Weil Freddy bislang ein Leben als Wohnungskatze geführt hat, wäre das weiterhin möglich. "Er will auch bei uns nicht raus", sagt Peggy Kreher. Auf jeden Fall soll der alte Kater ein ruhiges Zuhause bekommen - ohne Kinder oder größeren Trubel. Neue Besitzer sollten zudem auf das richtige Maß beim Füttern achten. Denn Freddy bringt mit mehr als acht Kilogramm zu viel auf die Waage.

Wie er ist auch Mischlingshund Bello erst seit Kurzem im Tierheim. Der fünfjährige Rüde wurde aus familiären Gründen abgegeben, soll aber möglichst schnell wieder Familienanschluss finden. Genau wie Freddy genießt er die Gesellschaft von Menschen sehr. "Bello ist an Kinder gewöhnt, sie sollten aber schon etwas größer sein", sagt die Leiterin der Einrichtung. Er gehe gern und viel spazieren, wolle aber auch geistig gefordert werden. Bello ist stubenrein, "die Grundkommandos müssen jedoch noch weiter trainiert werden", so Peggy Kreher. Das gilt genauso fürs Autofahren. Besitzer mit Hundeerfahrung wären gut, aber engagierte Anfänger seien ebenfalls denkbar.

Bello war wie die meisten Hunde, die im Tierheim "Neu-Amerika" betreut werden, ein Abgabetier. Doch seit wenigen Tagen wird in der Einrichtung auch eine junge Mischlingshündin versorgt, die am 16. Januar als Fundtier aus Oberwiesenthal dorthin gekommen ist. "Sie lief dort auf der Straße herum, da wurden wir informiert", sagt die Leiterin der Einrichtung. Leider habe Angel weder ein Halsband umgehabt noch sei sie gechippt. Und was ungewöhnlich ist: Während sich die Besitzer von Fundhunden in den meisten Fällen melden und darauf aufmerksam werden, dass diese im Tierheim untergebracht worden sind, war das bei Angel bisher nicht der Fall. Aufrufe im sozialen Netzwerk Facebook, die sonst oft den erwünschten Erfolg bringen, halfen bisher auch nichts. Peggy Kreher: "Wir hoffen aber sehr, dass sich die Besitzer von Angel noch melden und sie abholen." Ist das nicht der Fall, dürfen Fundtiere nach einer gewissen Zeit wieder vermittelt werden.

Insgesamt werden derzeit in der Einrichtung, die vom Tierschutzbund Annaberg und Umgebung betrieben wird, 15 Katzen und 13 Hunde sowie einige Kleintiere, nämlich Farbmäuse, versorgt. Ehrenamtliches Engagement ist dafür unerlässlich.

www.tierheim-annaberg.de

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...