Notsicherung der alten Evans-Fabrik beginnt

Nach langem Verfall wird das Dach der denkmalgeschützten einstigen Spinnmühle in Siebenhöfen saniert. Dank einem neuen Eigentümer sind 2020 weitere Schritte geplant.

Siebenhöfen.

Jahrzehntelang war sie dem Verfall preisgegeben. Nun tut sich etwas an der Evans-Fabrik im Tannenberger Ortsteil Siebenhöfen, die seit dem vergangenen Jahr einen neuen Eigentümer hat. "Nach langer Suche ist es uns jetzt gelungen, Handwerker für die dringend notwendige Dachsanierung der Evans-Fabrik zu finden", erklärt Tilo Beyer. Zunächst wurde das denkmalgeschützte Objekt dafür eingerüstet.

Die Dachsanierung, die zum Teil mit Zuschüssen des Landesamtes für Denkmalpflege finanziert werden kann, sei der erste Schritt zur Notsicherung und damit zur Erhaltung des Gebäudes. Errichtet worden war es einst im Auftrag des aus Wales stammenden Maschinenbauingenieurs Evan Evans Anfang des 19. Jahrhunderts als Spinnmühle. Denkmalschützer stufen es als herausragendes Objekt der sächsischen Technik- und Industriegeschichte ein. Evans gilt als Begründer der sächsischen Baumwollspinnerei.

Um die einstige Fabrik in Siebenhöfen zu sichern und später eine neue Nutzung zu ermöglichen, soll sie im ersten Halbjahr 2020 entkernt werden und eine Schadensanalyse erfolgen. Ebenso ist laut Tilo Beyer eine bauarchäologische Untersuchung geplant - etwa, um zu begutachten, was wirklich noch aus den Anfangsjahren stammt. Denn im Jahr 1896 war ein Großbrand in dem Gebäude ausgebrochen, bei dem unter anderem das Dach zerstört worden ist.

Die Evans-Fabrik gehört zu jenen Objekten, für deren Erhalt sich der 2017 gegründete Sächsische Arbeitskreis Spinnmühlen explizit stark macht. Diese würden den Beginn der von Großbritannien ausgehenden Industrialisierung markieren, die die ganze Welt verändern sollte, heißt es in einer Mitteilung der Leipziger Denkmal Stiftung dazu. Und weiter: "Das maschinelle Verspinnen von Garn war ein entscheidender Schritt hin zur industriellen Produktionsweise." Als bedeutende europäische Textilregion habe Sachsen Unternehmer angezogen, in diese Entwicklung zu investieren. Mit den an den Flüssen des Erzgebirgsvorlandes errichteten wasserkraftbetriebenen Spinnmühlen hätten sie industrie- wie baugeschichtlich Maßstäbe gesetzt und den Ruf Sachsens als Industrieland mitbegründet.

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