Rat stimmt gegen Eigenheime

Eigentlich ist die Freude groß, wenn es im Ort Bauwillige gibt. Doch Thum hat sich jetzt gegen das Erschließen von fünf Baugrundstücken ausgesprochen. Weshalb?

Thum.

Bauwillige sind üblicherweise in den Kommunen willkommen, schließlich verheißen solche Vorhaben neue Einwohner. In Thum hat sich der Stadtrat jetzt allerdings in einem bestimmten Fall gegen entsprechende Pläne gewandt. Im Bereich Ringstraße/Fußweg nach Auerbach wollte ein Investor aus Gelenau fünf Baugrundstücke für Eigenheime mit einer Größe von insgesamt 5000 Quadratmetern erschließen und stellte einen Antrag auf Vorbescheid.

Bauamtschef Carsten Schubert bezeichnete es als "grundsätzlich sehr sinnvoll", an dieser Stelle bauen zu wollen, denn die erforderlichen Medien liegen an. Dennoch beurteilte er das Vorhaben skeptisch: "Es ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt dafür." Er begründete seine Einschätzung etwa damit, dass die Stadt Thum momentan selbst nach einem Erschließungsträger für ihr geplantes großes Wohngebiet in Jahnsbach sucht. Zudem gebe es an weiteren Stellen im Ort Baubestrebungen, etwa in Richtung Urlauberdorf. Außerdem nannte Schubert die eingereichte Form des Antrags als "nicht den richtigen Weg für ein so umfangreiches Vorhaben". Gleichwohl betonte er, dass das Landratsamt entscheide, auch wenn die Gemeinde nicht zustimme. "Es muss aber in der Kommune der Bedarf nachgewiesen werden. Das wird schwierig, weil wir Flächen haben, wo Bauen bereits rechtskräftig möglich ist, und wir andererseits Einwohner verlieren." Das passe nicht damit zusammen, weiteres Bauland zu erschließen. Ferner wären die 5000 Quadratmeter wohl zu wenig, wenn man die Gestaltungsprämissen von der Ringstraße mit Grüngürtel fortführen wolle. Die Beschlussvorlage in der Ratssitzung sah entsprechend vor, das gemeindliche Einvernehmen zu den Plänen zu verweigern. Dem folgten die Räte mehrheitlich.

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