RVE-Busse erhalten W-Lan

Wer mit dem Regionalverkehr Erzgebirge unterwegs ist, kann in einigen Linien künftig im Internet surfen. Doch die Technik hat auch ihre Grenzen.

Annaberg-Buchholz.

In Großstädten wie Leipzig und Dresden oder in Fernbussen ist es schon länger üblich, dass Fahrgäste kostenlos über W-Lan im Internet surfen können. Jetzt startet auch die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) mit einem entsprechenden Angebot. Für ein Pilotprojekt wurden zunächst alle Fahrzeuge der Linie 210, die von Chemnitz über Annaberg-Buchholz nach Oberwiesenthal fährt, mit der notwendigen Technik ausgestattet. An der Eingangstür der Fahrzeuge befindet sich ein grünes Piktogramm als Hinweis. Ein weiteres im Inneren des Busses informiert über den Namen des Netzwerks, in das sich die Nutzer mit ihrem Smartphone einwählen können.

Die RVE will mit der Offerte den Bus als Alternative zum Pkw stärken. Man könne die Fahrzeit effektiv für Recherche, E-Mails und Social Media nutzen, argumentiert eine Sprecherin des Verkehrsbetriebs. "So etwas gehört heutzutage auf längeren Strecken zu einem ordentlichen Kundenservice einfach dazu", ergänzte gestern Jürgen Reißmann, stellvertretender Leiter EDV bei der RVE, gegenüber "Freie Presse". Es geht bei dem W-Lan-Projekt um die längeren Strecken. Neben der Linie 210 soll in Kürze auch die Linie 207, die zwischen Chemnitz und Olbernhau verkehrt, mit der Technik unterwegs sein. Zudem werden die neue Expressbuslinie 383, die ab August von Aue nach Chemnitz in etwa 50 Minuten über die Autobahn fährt, und im Herbst die Linie 415 (Annaberg-Buchholz - Aue) W-Lan haben. Insgesamt sollen laut Jürgen Reißmann 39 Busse eine entsprechende Ausstattung erhalten. Die Ausrüstung für ein Fahrzeug kostet rund 190 Euro plus laufende Kosten.

Derweil ist man sich bei der RVE bewusst, dass die Technik Grenzen hat und nicht immer und überall funktionieren dürfte. Eine Sprecherin bezeichnete das Projekt als "Herausforderung", da eine permanente Netzabdeckung gewährleistet sein müsse. "Dies ist im Erzgebirge oftmals nicht der Fall." Denn die Busse nutzen für das W-Lan das D1-Netz der Deutschen Telekom. Und dieses weist im Erzgebirge die eine oder andere Lücke auf. Ein weiterer Faktor ist die unmittelbare Grenznähe zu Tschechien, wo es ebenfalls zu Empfangsproblemen kommen kann. Ende des Jahres soll eine Auswertung zeigen, wie zuverlässig das Angebot funktioniert und wie es von den Fahrgästen angenommen wird.

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