Scharen von Räuchermännern stürzen sich ins Kät-Getümmel

Unter dem Motto "Volkskunst trifft Volksfest" öffnet am Wochenende die Januarausstellung im "Erzhammer". In einem Jubiläumsjahr mit Raritäten wie alten Miniatur- Karussells. Ins Auge sticht ein Gast aus Mexiko.

Annaberg-Buchholz.

Reihe an Reihe füllen sie mehrere große Tische: Hunderte Räuchermänner, die ab dem morgigen Samstag in der Januarausstellung des Annaberg-Buchholzer "Erzhammers" gezeigt werden. Klassische Figuren wie Nachtwächter und Jäger sind darunter, aber auch ungewöhnliche wie ein Winzer und ein Bierlieferant. Noch stehen sie nicht an ihrem endgültigen Platz, werden von Ausstellungsleiter Uwe Moule und seinen Helfern wie Heike Kluge und Lutz Gautel erst in Szene gesetzt. Und das unter einem Motto, das mit dem bevorstehenden Jubiläum 500 Jahre Annaberger Kät kombiniert ist: "Volkskunst trifft Volksfest" heißt es bis zum 2. Februar in beiden Sälen im Haus des Gastes.

Jahrmarktszenen im Miniaturformat und alte Spielzeugkarussells werden dort zu sehen sein - teils mechanisch oder elektrisch betrieben, teils mit zahlreichen Lämpchen versehen. Aufgebaut wird das alles wie eine Reise durch Annaberg-Buchholz. "Es geht von der Kät über den Pöhlberg in die Stadt", sagt Uwe Moule. Passende Miniatur-Häuser stehen schon parat. Außerdem formieren sich einige der insgesamt rund 700 Räuchermänner zu einem Kät-Umzug. Seit Mittwoch gilt es, viele Kisten mit Ausstellungsstücken auszupacken und Letztere in Position zu bringen. Die Exponate werden von verschiedenen Museen und zahlreichen privaten Leihgebern zur Verfügung gestellt.

Daher ist gerade die Bandbreite der ausgewählten Räuchermänner groß. Manche passen genau ins Volksfest-Getümmel, tragen etwa Bauchläden und bieten Dinge wie Plüschbären feil. Andere halten als Feuerwehrmann die Stellung oder haben sich als mexikanischer Musikant unters erzgebirgische Volk gemischt. Gedrechselte, geschnitzte, aus Holz oder Masse gefertigte Räuchermänner werden bei der Januarausstellung gezeigt, informiert Stadtsprecher Matthias Förster. Darunter seien auch Sonderanfertigungen namhafter Hersteller sowie Unikate von Bastlern oder Künstlern.

Schon die Eröffnung der Ausstellung am morgigen Samstag, 10 Uhr soll etwas Besonderes werden. Leierkasten-Musik, Zuckerwatte und Jahrmarktflair werden die Vorfreude auf 500 Jahre Annaberger Kät wecken. Bis zur Jubiläumsauflage des größten Volksfestes im Erzgebirge, das vom 12. bis 21. Juni stattfindet, dauert es zwar noch fünf Monate. Doch die Miniatur-Szenerie im "Erzhammer" stimmt bereits darauf ein.

Am 18. und 19. Januar können Besucher zudem einem Drechsler bei der Fertigung eines Räuchermannes über die Schultern schauen. Das letzte Januar-Wochenende steht dann laut den Veranstaltern ganz im Zeichen von Räucherkerzen und von süßen Rummel-Leckereien.

Die Januarausstellung mit dem Titel "Volkskunst trifft Volksfest" kann vom morgigen Samstag bis zum 2. Februar im Annaberg-Buchholzer Haus des Gastes "Erzhammer" besucht werden. Geöffnet ist von 10 Uhr bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro. Kinder bis 14 Jahre sind frei. Am 14., 21. und 28. Januar laden jeweils ab 14.30 Uhr öffentliche Führungen durch die Ausstellung ein. Angemeldete Kindergruppen können eine 45-minütige Führung zum Thema "Volksfest oder Rummel" erleben. Außerdem gibt es eine Kreativecke für Kinder als Dauerangebot.

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