Schau bietet Exkurs in Heimatgeschichte

Bei der Modellbahnausstellung im Thumer Volkshaus gibt es interessante Einblicke in die Vergangenheit der Region.

THUM.

Modellbahnatmosphäre pur herrschte am Samstag im Thumer Volkshaus. 25 Anlagen und Dioramen lockten am ersten Ausstellungswochenende die Besucher in Scharen ins Haus des Gastes. Die kleinen Züge drehten etwa in der Weichenlaterne, im alten Fernsehgehäuse und auf XXL-Anlagen ihre Runden. Da bekamen nicht nur die jüngsten Gäste leuchtende Augen. Die Besucher zeigten sich vom Angebot und der Abwechslung, die die Schau zu bieten hatte, begeistert.

"Schon am Sonnabend bei der Eröffnung stand eine kleine Menschentraube vor dem Eingang. Und das ist traditionell nun wirklich nicht die Zeit, in der die Leute zu einer Ausstellung gehen", freute sich der zweite Vereinsvorsitzende Sven Meyer über den Andrang. Die Mitstreiter der IG Schmalspurbahn Thumer Netz hatten wieder einmal Nägel mit Köpfen gemacht. Alle 20 Vereinsmitglieder inklusive Familien halfen, die Schau zu betreuen.

Thomas Engel, Vorsitzender des Modelleisenbahnvereins Burgstädt, sprach vom einmaligen Flair, das die Schau zu bieten habe. "Ich glaube, dass solche Schauen im Erzgebirge höher im Kurs stehen und besser angenommen werden als bei uns", so der Burgstädter. Er freute sich besonders über den großen Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den Besuchern. "Dafür gibt es hier auch Anlagen, deren Aufbau für jeden nachvollziehbar ist, und das ist ganz wichtig für die Nachwuchsgewinnung", lobte Frank Strasser aus Chemnitz die Vielseitigkeit.

Und die Nietenzähler? Aber ja doch, die fehlen zu keiner Schau. Doch sie hatten unter anderem beim Kleinod von Jochen Klinger und Siegfried Seidl nicht die Spur einer Chance. Der Bahnhof Ehrenfriedersdorf aus den 1960er-Jahren, mit den Verladeanlagen für den Sauberg-Splitt, wurde bis ins kleinste Detail nachgebildet. Und immer wieder wurden dabei bei den älteren Besuchern Erinnerungen wach. Seidl erinnerte an die gewaltigen Leistungen, welche die Schmalspurbahn damals erbrachte. Immerhin sind täglich etwa 30 Normalspurwaggons mit Split aus Ehrenfriedersdorf abgefahren worden. "Die meisten nach Wilischthal, aber auch im geringen Maße über Geyer und nach Meinersdorf erfolgte die Abfuhr", so Seidl. Die Anlage der beiden Bergstädter wartete mit einem weiteren Höhepunkt auf. Gut ein Jahr hatte "Brückenbauer" Jochen Klinger an der "Ehdorfer Brück", der ehemaligen Schießhausbrücke, gebastelt. "Da kannst du wirklich jeden Niet' nachzählen", war Seidl von der filigranen Arbeit begeistert. Gleich gegenüber präsentiert sich die große Westernbahn von Sabine und Enrico Schmidt. "Wir haben 2009 das erste Mal ausgestellt und deshalb jetzt Zehnjähriges", verriet der Thumer. Heimatliches Flair versprühte wiederum die Anlage der Gastgeber mit der originalgetreuen Nachgestaltung eines Abschnittes der 1972 stillgelegten Strecke Thum-Wilischthal. "Wir widmen uns der Geschichte der Thumer Schmalspurbahn und sind für Hinweise zum Thema immer dankbar", so Sven Meyer.

Trotz des großen Aufwandes für die Präsentation freut sich Markus Nestler immer wieder auf die Schau im Volkshaus. Dann nämlich kann der Vorsitzende des Herolder Vereins seine meterlange TT-Anlage aufbauen und zeigen. "Zu Hause geht das nicht, wir müssten sonst Wände abreißen", sagte er schmunzelnd.

Die Schau im Thumer Volkshaus hat nochmals am kommenden Wochenende, Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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