Schnitzer stellen mit vereinter Kraft aus

Mitglieder aus vier Vereinen geben in Scheibenberg einen Einblick in ihr Schaffen. Die Arbeiten kommen aus der Bergstadt, aus Crottendorf, Elterlein und Schlettau. Die Gastgeber übernehmen in ihrer Stadt noch manch andere Aufgabe.

Scheibenberg.

Bergmänner in allen möglichen Ausführungen, Jäger, Reliefs, Pyramiden, Schwibbögen, Klöppelarbeiten und mehr: Die aktuelle Schnitzausstellung im Scheibenberger Rathaus bietet einen umfassenden Einblick in das Schaffen hiesiger Frauen und Männer. Abwechslung ist Trumpf in der Gemeinschaftsschau, die von Vereinen aus Crottendorf, Elterlein, Schlettau und Scheibenberg gestaltet worden ist. Sie haben mehrere hundert Exponate im Scheibenberger Rathaus zusammengestellt.

Bereits zum 29. Mal ist eine solch gemeinsame Präsentation vorbereitet worden, sie hat Tradition. "Früher fand die Ausstellung im Abstand von zwei Jahren statt, inzwischen alle drei Jahre", sagt André Gerber, der Vorsitzende des gastgebenden Schnitz- und Krippenvereins Scheibenberg. Der 57-Jährige berichtet, dass die Scheibenberger auch schon Gastgeber der ersten Ausstellung dieser Art gewesen sind. Der Schnitz- und Krippenverein der Stadt an den Orgelpfeifen blickt aber auf eine noch längere Geschichte zurück. Genau genommen gibt es ihn seit 1921, wenn auch mit Unterbrechungen. "Zu DDR-Zeiten waren wir im Kulturbund integriert, zur Wende haben wir uns als Verein wiedergegründet", berichtet der Vorsitzende. Dabei zählte die Gemeinschaft 27 Mitglieder. "Heute sind wir noch 13 Mitstreiter und einige von ihnen arbeiten in den alten Bundesländern", erzählt André Gerber.

"Wie fast überall in den Vereinen klemmt es auch bei uns beim Nachwuchs", berichtet Jonathan Straube. Der Holzbildhauermeister ist aktives Mitglied bei den Scheibenberger Schnitzern. Die Holzkünstler treffen sich immer freitags ab 20 Uhr im Schnitzerheim am Schnitzerweg. "Das ist eine ehemalige Wismutbaracke", so André Gerber. Dort und natürlich zu Hause schnitzt jeder das, was er gern möchte - denn eine Spezialisierung auf bestimmte Motive gibt es bei den Scheibenbergern nicht. Eines aber haben die Männer bei ihrem anspruchsvollen Hobby gemeinsam: Sie kümmern sich unter anderem um den großen Schwibbogen auf dem Markt. "Den haben wir vor zwei Jahren komplett restauriert, sonst wäre er wohl auseinandergefallen", berichtet Stefan Böttrich, der ebenfalls dem Verein angehört. Die Gemeinschaft übernimmt auch die Pflege der Figuren auf der Scheibenberger Ortspyramide. Stefan Böttrich "wacht" zudem noch über den mechanischen Heimatberg des Vereins, der ebenfalls bei der aktuellen Gemeinschaftsausstellung zu sehen ist. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die Instandhaltung der Mechanik. Der Berg stammt aus der Zeit um 1890 und war 1968 auf einem Dachboden entdeckt worden. Horst Günther - ein unter dem Spitznamen "Steckzwiebel" bekanntes Original aus Geyer - hatte das gute Stück seiner Zeit wieder angerichtet und restauriert.

Die Schnitzausstellung der Vereine aus Crottendorf, Elterlein, Schlettau und Scheibenberg ist noch bis zum 21. Oktober im Scheibenberger Rathaus zu sehen. Besucht werden kann die Gemeinschaftsschau wie folgt: montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 Uhr bis 19 Uhr.

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