Schritt ins Erwachsenenleben

Aufregung und Vorfreude sind in Gelenau deutlich zu spüren gewesen. Die Jugendweihe hatte auch etwas mit Bescherung zu tun. Wichtiger als die Geschenke war aber etwas anderes.

Gelenau.

Es ist ein großer Moment gewesen, als Toni Melzer die Bühne im Gelenauer Gasthaus "Zur Katze" betrat. Schon der Einmarsch in den mit mehr als 200 Besuchern gefüllten Saal hatte es in sich. Zusammen mit 30 weiteren Schülern seines Alters war der 14-jährige Gelenauer hereingebeten worden, um zwei Stunden später als junger Erwachsener herauszugehen. "Es ist schon etwas Besonderes", sagt Toni Melzer über die Jugendweihe, die am Samstag gefeiert wurde.

Seit 2006 kümmert sich in Gelenau um diesen symbolischen Akt eine kleine Initiativgruppe. "Knapp 300 Jugendliche waren schon dabei", sagt Jan Neubert, der sich zusammen mit Jana Meinhold um die Aktion kümmert. "Weil in der Erwin-Hartsch-Schule das Licht ausgeschaltet wurde, mussten wir einen anderen Weg finden, um den Schülern eine würdige Feier zu bieten", erzählt Neubert. Damals war er Vater und Organisator in einer Person. Nun ist er nur noch für die Organisation zuständig, denn die Arbeit der Initiativgruppe findet seither großen Anklang. Und mit Jana Meinhold sowie weiteren Helfern wurde auch diesmal ein schönes Programm auf die Beine gestellt.


Neben der Gelenauer Funkengarde sorgten die Flötinos und die Gelenauer Extravaganten für Unterhaltung. Hits wie "Das ist unser Tag" von Helene Fischer passten perfekt zu den Emotionen. Mit Songs wie "Ich wollte nie erwachsen sein" von Peter Maffay regten die Musiker aber auch zum Nachdenken an. Insbesondere Bürgermeister Knut Schreiter trug dazu bei. "Die Freiheit des Erwachsenwerdens ist etwas Schönes. Man muss nur lernen, damit umzugehen", erklärte er, denn "unvernünftige Entscheidungen haben jetzt ganz andere Folgen". Was einem Kind nachgesehen wurde, wird Jugendlichen schnell vorgehalten. Fünf konkrete Ratschläge hatte der Bürgermeister für die Jugendweihlinge parat - und dazu noch einen Appell: "Bringt euch mit Energie und Ideen in die Gesellschaft ein."

So mancher hatte im Vorfeld zum ersten Mal einen Modeausstatter aufgesucht, um nicht den Alltagstrends zu folgen. "Das ist mein erster richtiger Anzug", verriet Toni Melzer. Er wollte natürlich ein gutes Bild auf der Bühne abgeben. Von den anderen, ebenfalls schick gekleidet, gab es so manchen kecken Spruch. Viele kennen sich schließlich schon seit dem Kindergarten. Und so fiel nach der Übergabe der Jugendweihe-Urkunden rasch die Spannung von allen ab. Abends noch die Feier im Familienkreis sowie die Geschenke, doch dann ist laut Toni Melzer alles wie vorher. "Die Jugendweihe ist schon etwas Besonderes, aber viel verändern wird sich dadurch nicht." Erst der 18. Geburtstag ist für ihn ein großer Schritt, weil er danach Auto fahren kann.

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