Sechsjähriger vorm Ertrinken gerettet

Ein Junge aus Lößnitz ist beim Angeln in einen Teich gefallen. Dank schneller Hilfe überlebt er. Auch für die Rettungskräfte sind solche Einsätze eine besondere Herausforderung.

Lößnitz/Bad Schlema.

Diesen Tag wird der sechsjährige Luk wohl nie mehr vergessen. Denn um ein Haar hätte er den 28. September 2018 nicht überlebt. Nur durch beherztes Eingreifen und schnelle Hilfe konnte der Junge gerettet werden.

Dabei hatte sich Luk auf diesen Tag gefreut. Zusammen mit seinem Opa und dessen zehnjährigen Pflegesohn Julian darf er in Lößnitz am Schieferloch angeln. Der Steppke hat gute Laune, denn er mag seinen Opa und das Angeln sowieso. Doch dann passiert das Unglück: Als er kurz die Angel hält, rutscht sie ihm aus der Hand. Luk versucht sie aufzuheben, doch dabei fällt er ins Wasser. Da der Junge nicht schwimmen kann, droht er zu ertrinken.

Sofort reagiert Julian. Ohne zu zögern springt der Zehnjährige in das kalte Wasser. Er versucht Luk oben zu halten, bis sein Opa zur Stelle ist. Zusammen gelingt es den beiden, Luk an Land zu ziehen. "Julian ist dann zur Straße gerannt und hat versucht, ein Auto anzuhalten. Doch viele sind vorbeigefahren", erinnert sich Luks Mama Anja. In der Zwischenzeit wird ihr Sohn vom Opa beatmet. Schließlich hält ein Ehepaar aus Zwönitz an. Die Frau bleibt bei Luk, bis der alarmierte Rettungsdienst kommt. "Die Sanitäter haben sich top um meinen Sohn gekümmert", erzählt Luks Mutter. Auch sie erinnert sich gut an diesen Tag. "Als ich an diesem Nachmittag meinen Mann sah, der bereits informiert war, wusste ich, dass etwas nicht stimmt. Man spürt das. Man hat nur Todesangst und funktioniert nur noch wie ein Roboter."

Thomas Gerlach und Diana Rudolph von den Johannitern wissen, wie man in solchen Situationen richtig handelt. Die Sanitäter haben an diesem Tag auf der Rettungswache in Bad Schlema Dienst. "Man rechnet bei der Alarmierung erst einmal mit allem. Wenn man hört, es ist ein Ertrinkungsunfall mit einem Kind, da geht der Puls schon höher", erklärt Thomas Gerlach. Das kann auch seine Kollegin bestätigen. "Es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, weil man nicht weiß, was einen erwartet", sagt Diana Rudolph. In diesem Fall sorgte der Zustand des Kindes, als die Retter am Schieferloch eintrafen, für Aufatmen. Denn der Opa hatte bereits den Jungen von der nassen Kleidung befreit und ihn in wärmende Decken gehüllt. "Auf den ersten Blick haben wir gesehen, es ist nicht kritisch. Er hatte keine Atemwegsprobleme", erinnert sich Thomas Gerlach. Das einzige Problem war eine Unterkühlung. "Im Rettungswagen haben wir ihn aufgewärmt und er hat etwas Sauerstoff bekommen", so der Sanitäter. Drei Tage war Luk im Krankenhaus. Bleibende Schäden hat er nicht. Zuhause in der Badewanne taucht er auch wieder.

"Immer wieder sprach er begeistert von den Sanitätern, die sich so gut um ihn gekümmert haben und sogar einen Teddy schenkten", sagt Luks Mama. Deshalb bedankten sie sich jetzt bei Thomas Gerlach und Diana Rudolph in der Rettungswache. Da konnte er im Rettungswagen schon wieder lachen. (mit tjm)

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