Sparkassenschalter schließt: Testlauf an neuer Monitorstele

Der Sparkassen-Schalter in Geyer gehört bald der Vergangenheit an. Kunden haben nun Zeit, sich mit einer Alternative vertraut zu machen. Alles wird vor Ort nicht mehr gehen.

Geyer.

Mit neuer Technik können sich seit Kurzem Kunden der Erzgebirgssparkasse in der Filiale in Geyer auseinandersetzen. Dort wurde eine Art Monitor-Stele aufgebaut, die neu entwickelt worden ist und über die Kunden live via Video Beratungsgespräche mit Sparkassenmitarbeitern im Servicecenter führen können. Das ist als Alternative zum jetzigen Schalter gedacht. Denn mit Personal besetzt sein wird die Filiale ab dem 11. Januar nicht mehr. Dies geschieht infolge einer Umstrukturierung, die noch weitere Standorte im Erzgebirgskreis betrifft.

"Wir jubeln nicht, aber wir werden solche Entscheidungen mit tragen müssen", sagte Bürgermeister Harald Wendler (Die Linke) in der jüngsten Stadtratssitzung. André Leonhardt vom Vorstandsstab der Erzgebirgssparkasse erläuterte dort Details. Mithilfe der neuen Monitor-Stele mit dem Namen Dialogpunkt Plus, kurz Dipps, sollen Kunden fast alles machen können, was auch bisher am Schalter möglich war. "Ein Fingerdruck auf das Display genügt, und es gibt per Video eine Verbindung zu einem Sparkassenmitarbeiter", erklärte er. Formulare können mithilfe eines Scanners eingelesen werden. Zudem bleibe der SB-Bereich mit Kontoauszugsdrucker, Geldautomat und Überweisungsbriefkasten bestehen.

Es gibt aber Dinge, die nicht mehr möglich sein werden - wie das Einzahlen von Bargeld, das bisher am Schalter vor allem von Gewerbetreibenden genutzt worden ist. Mancher hatte auf einen Einzahlungsautomaten gehofft. Doch einen solchen soll es laut André Leonhardt nur an Standorten mit einem Einzahlungsvolumen ab 10 Millionen Euro pro Jahr geben. Geyer lag zuletzt bei etwa 6 Millionen Euro und damit unter dieser Grenze. Kunden, die Bargeld einzahlen wollen, können das künftig etwa in der Filiale im benachbarten Ehrenfriedersdorf.

Um gerade älteren Menschen die Angst vor der neuen Monitorstele zu nehmen, soll auch nach der Schließung des Schalters in Geyer noch jemand vor Ort sein, um bei der Bedienung zu helfen. Das sei bis Ende Februar vorgesehen. Zur Verfügung steht die Technik montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr. Auch für das vor Ort nicht mehr mögliche Nachtragen von Zinsen ins Sparbuch, was vor allem Ältere nutzten, bietet das Kreditinstitut eine Lösung an. Die Umstrukturierung der Filialstruktur wird etwa mit der demografischen Entwicklung und einem veränderten Kundenverhalten wie der verstärkten Nutzung digitaler Medien begründet. Im Januar sollen 3 von bislang 111 Filialen der Erzgebirgssparkasse schließen. Die Anzahl der mit Personen besetzten Filialen sinkt von aktuell 54 auf 23.

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Alcapone
    24.11.2020

    Und in 5 Jahren wird auch die Mitarbeiterin im Servicecenter von einer Software ersetzt oder es kommt ein Humanroboter wieder in die Filiale nach Geyer. Das ist technischer Fortschritt - wir lassen uns ja auch nicht mehr vom Kutscher mit Pferden durch die Gegend ziehen.