Stadt mit Schloss - aber nicht ohne Geldsorgen

Die finanzielle Lage von Schlettau gilt als angespannt. Dennoch herrscht in der Kleinstadt nie Stillstand. Pläne für die Zukunft gibt es viele.

Schlettau.

Die Schlettauer haben etwas, das nicht jeder hat: ein Schloss. Königlich wirtschaften kann die Kleinstadt dennoch nicht. Wie in vielen anderen Kommunen fehlt es all zu oft am Geld. Manche Wünsche sind deshalb nicht umsetzbar. Nichtsdestotrotz tut sich in der Kleinstadt immer etwas.

Aktuell wird die Beutengraben-Turnhalle saniert. Wegen der Kostenexplosion zwar in abgespeckter Variante - der geplante Anbau muss erst einmal warten -, doch mit tatkräftiger Unterstützung der Nachbarkommune Scheibenberg. Sie hat Schlettau kurzerhand Fördermittel übertragen, welche die Stadt selbst nicht verwenden konnte. Ein Beweis dafür, wie gut es mittlerweile um die Verwaltungsgemeinschaft bestellt ist. Die Sporthalle ist wichtig. Zum einen trainieren dort Vereinssportler. Aber vor allem die Grundschule nutzt das Gebäude. Und diese wiederum ist sehr wichtig für die Stadt. "Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, sie zu halten", sagt Bürgermeister Conny Göckeritz. Dafür muss auch investiert werden. Renovierungsarbeiten und vor allem Brandschutz sind dabei zentrale Themen. Künftig wird zudem eine Kapazitätserweiterung im Hort notwendig werden, sagt der Bürgermeister.


Um junge Familie im Ort zu halten und neue Einwohner zu gewinnen, braucht es zudem Baugrundstücke. Kürzlich kaufte die Stadt daher ein Grundstück, auf dem Häuser entstehen sollen. Lückenbebauung und städtebauliche Sanierungsprogramme sollen ebenfalls helfen. Leer stehende Wohnungen gebe es im Ort so gut wie gar nicht. Weitere Ideen für die Stadtentwicklung gebe es genug. Da wäre zum Beispiel der Ortsteil Dörfel. Ein kleiner Dorfplatz mit Pyramide und Spielplatz wäre doch eine tolle Sache, sagt Göckeritz. Entstehen könnte so ein Areal am Feuerwehrgerätehaus. Und in Schlettau steht der Kauf eines neuen Feuerwehrautos auf dem Programm. Infrastruktur und Instandsetzungen seien zudem immer Thema. Gleiches gilt für die Sicherstellung und Erweiterung der ärztlichen Versorgung. "Das Ziel ist, den Bevölkerungsrückgang zu stoppen." Dafür müsse das entsprechende Umfeld gestaltet werden. Göckeritz spricht in diesem Zusammenhang von einer lebens- und liebenswürdigen Stadt. Und Schlettau hat ein Ass im Ärmel: das Engagement der Einwohner. Es macht viel wett, was die finanzielle Lage manchmal nicht zulässt. Da wäre zum einen die Feuerwehr, die immer wieder aushilft, wenn starke Männer und Frauen gebraucht werden. Da wäre der Gewerbeverein, von dem sich manch größere Stadt eine Scheibe abschneiden kann und der mit Weihnachten in den Höfen einen echten Höhepunkt im Jahreskalender geschaffen hat. Der Schlossförderverein, der die Kultur in die Stadt bringt. Nur ein paar Beispiele von vielen. "In Schlettau gibt es eine sehr gute Dynamik", sagt Conny Göckeritz.


Schlettauer kommen zu Wort

Jana Möller: In Schlettau wird Wohnraum für Familien benötigt, sagt die Inhaberin des Landlädchen am Markt. Viele würden gern in die Stadt ziehen, weil die Infrastruktur mit Schule, Ärzten, Handel und Co gut sei. Doch Angebote für Familien, die ein Eigenheim errichten wollen oder eine Wohnung suchen, fehlen.

Mark Schmidt: Er spürt einen großen Zusammenhalt der Bürger. "Die Vereine arbeiten Hand in Hand." Natürlich sterbe auch in Schlettau wie in jeder Kleinstadt der Einzelhandel. Aber es gebe auch viele positive Beispiele, wie das Landlädchen. "Meine Familie geht dort gern einkaufen." Ein weiterer positiver Aspekt ist für den Inhaber einer Werbeagentur, dass Schlettau wieder näher an die Nachbarkommunen rückt. Ein Beispiel dafür sei eine gemeinsame Image-Anzeige mit Crottendorf und Scheibenberg, die er gestalten durfte.

Jana Dittrich: In ihren Augen ist es wichtig, dass der Schulstandort gesichert ist. Dafür seien auch Investitionen und Anschaffungen notwendig. Ansonsten sei vieles gut im Ort, auch wenn das Geld knapp ist.


Zahlen und Fakten

Schlettau hat aktuell rund 2400 Einwohner (Stand September 2018, Statistisches Landesamt).

Gemeinsam mit Scheibenberg bildet die Kommune, zu der der Ortsteil Dörfel gehört, eine Verwaltungsgemeinschaft.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 21 Quadratkilometer.


Kandidaten

In Schlettau buhlen 25 Frauen und Männer um die 14 Plätze im Stadtrat.

CDU:

Marion Seefeld, Christian Dietze, Axel Bräuer, Jochen Meyer, Mike Schmiedel, Uwe Lein, Patrick Keller, Hendrik Wagler, Heiko Greifenhagen, Reinhold Beck

Freie Wähler Bürgerforum:

Volker Bach, Christian Mey, Daniel Meinelt, Hannes Graupner, Hanka Grießer, Frank Seckel, Andreas Paul Bock, Claudia Gabriele Pommer, Sven Ziller, Alexander Vogel, Falk Merten, René Weißbach, Erik Dittrich, Kerstin Langer, Lars Fischer

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