Stadtwerke investieren so viel, wie lange nicht

4,4 Millionen Euro will das kommunale Unternehmen 2018 ausgeben. Der Löwenanteil fließt in den weiteren Ausbau des Nahwärmenetzes im Münzviertel sowie die Erschließung des neuen Industriegebietes. Aber nicht nur deshalb sind die Stadtwerke ein Wirtschafts- und Jobmotor in der Region.

Annaberg-Buchholz.

53 Millionen Euro Umsatz haben die Stadtwerke Annaberg-Buchholz im vergangenen Jahr erwirtschaftet. Hauptsächlich durch die drei Sparten Strom, Gas, Wärme, die zusammen einen Umsatzanteil von mehr als 90 Prozent ausmachen. Von jedem einzelnen dieser Euros sind jeweils rund 38 Cent in der Region verblieben. Dieses Geld schöpfen etwa Baufirmen ab, die im Auftrag der Stadtwerke tätig sind. Aber auch die Bürger direkt, indem sie das Freibad Buchholz oder die Schwimmhalle Atlantis nutzen, die von der Sport und Freizeit GmbH betrieben werden - einer Tochter der Stadtwerke. Unter dem Strich kommen so von den 53 Millionen Euro Umsatz 20 Millionen unmittelbar dem Erzgebirge zugute, hat Geschäftsführer Kai Aschermann ausgerechnet.

In diesem Jahr könnte diese Summe sogar noch höher ausfallen, weil die Stadtwerke mit 4,4 Millionen Euro so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr investieren wollen. Knapp die Hälfte davon fließt laut Udo Moritz, Technischer Leiter, in den weiteren Ausbau des Nahwärmenetzes im Münzviertel. Konkret sollen die Arbeiten im Bereich Münzgasse sowie Klosterstraße fortgeführt werden. Dabei geht es in erster Linie um den Anschluss der Gebäude des künftigen Finanzamtes. Damit einhergehen wird laut Moritz die Vollsperrung der Klosterstraße, die sich - vermutlich mit einer Winterpause - bis weit in das kommende Jahr hinziehen werde. Allerdings müsse dort in mehreren Abschnitten gebaut werden, damit unter anderem die Zu- und Abfahrt des Polizeireviers gewährleistet werden könne. In dem Zusammenhang werde auch dieses Jahr wieder im Alten Stadtbad ein weiteres Blockheizkraftwerk in Betrieb gehen.


Ein zweites Großprojekt für die Stadtwerke stelle die Erschließung des Industriegebietes an der B 101 dar. "Dort sind wir mit Strom, Gas, Wärme sowie Internet dabei. Das allein bedeutet für uns eine Investsumme von rund 730.000 Euro", sagt Aschermann.

Zudem müsse dieses Jahr auch das Heizkraftwerk im Barbara-Uthmann-Ring ertüchtigt werden. Das arbeite inzwischen neun Jahre fast ununterbrochen. "Und auch bei den von der Stadt geplanten Straßenbaustellen sind wir mit im Boot, um entsprechende Leitungen zu erneuern beziehungsweise Glasfaserkabel für ein schnelleres Internet zu verlegen", so der Geschäftsführer. Auch wenn Letzteres beim Gesamtumsatz des Konzerns noch keine Größenordnung ausmache, so sei dieser Bereich weiter im Wachstum. Aktuell zählen die Stadtwerke rund 2000 Internetkunden, haben 2017 unter anderem das Mildenauer Kabelnetz übernommen.

Verschiedene kleinere Investitionen, von denen die Öffentlichkeit vordergründig nicht allzu viel bemerkt, tragen zur Gesamtsumme von 4,4 Millionen Euro bei. Als Beispiele führt Moritz die Installation intelligenter Messeinrichtungen etwa für Strom an. Das müsse bei allen Verbrauchern passieren, die auf mehr als 6000 Kilowattstunden pro Jahr kommen. Intelligentes Messsystem bedeutet, der Verbrauch wird entweder per Kabel oder Funk zu den Stadtwerken übertragen. Damit diese und andere Daten bei dem kommunalen Unternehmen auch sicher sind, unterziehen sich die Stadtwerke dieses Jahr einer entsprechenden Zertifizierung.

Doch nicht nur nach außen setzen die Stadtwerke Akzente. Auch innerbetrieblich sei seit dem Wechsel in der Chefetage 2016 vieles passiert. So habe man nicht nur alle Stellen besetzt, wodurch sich die Zahl der Mitarbeiter auf 156 erhöht hat, sondern auch Bereiche neu sortiert. Beispielsweise wurde die ehemalige Tochterfirma Management und Beratungs GmbH auf die Stadtwerke GmbH verschmolzen. "Auch gelten jetzt für den Konzern gefasste Regelungen für alle Mitarbeiter, egal in welchen zu den Stadtwerken gehörenden Gesellschaften sie tätig sind. Gerade in Sachen Entlohnung ist das wesentlich", sagt Aschermann. Zudem sei eine sogenannte Zielnetzplanung über alle Bereiche der Stadtwerke hinweg gefertigt worden. "Dabei ging es vordergründig darum, für einen längeren Zeitraum zu definieren, wo wir hin wollen und was dafür nötig ist", erläutert Aschermann.

Ein Ergebnis daraus sei etwa ein stärkeres Engagement in Sachen E-Mobilität, dass bereits durch den Bau von zwei Ladesäulen erste Früchte trage. Zwei weitere dieser Säulen seien geplant. Eine davon soll am Wohn- und Pflegezentrum Louise-Otto-Peters-Straße in Frohnau gebaut werden. Über den vierten Standort sei noch keine Entscheidung gefallen. In der Diskussion ist der Frohnauer Hammer. Es liege aber auch eine Anfrage aus Geyer vor, am Freizeitbad Greifensteine eine Ladesäule zu errichten.

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