Tote Katze und Brote: Ärger um Müll im Wald

In einem Waldstück bei Bad Schlema entsorgen Leute immer wieder illegal ihre Abfälle. Das stößt Spaziergängern sauer auf. Der neueste Fund macht sie fassungslos.

Bad Schlema.

An der einen Stelle gammelt ein altes Waschbecken vor sich hin, an der anderen ein Föhn. Daneben liegen Glasflaschen, ein Autoreifen, ein Haufen mit Grünschnitt und seit neuestem: eine tote Katze. In einem Waldstück bei Bad Schlema sammelt sich am Wegesrand seit Jahren immer wieder der Müll. Doch so schlimm wie jetzt, berichtet Antje Klügel, sei es selten gewesen.

Klügel wohnt in der Nähe und dreht mit ihren zwei Hunden fast täglich eine kleine Runde in dem Waldstück zwischen dem Ortsteil Wildbach und der Gemeinde Langenweißbach. Doch ihre Freude an der Natur trübt sich regelmäßig, wenn sie den Müll erblickt, der sich an einer schlecht einsehbaren Stelle der Langenbacher Straße zwischen beiden Orten mittlerweile zu einem kleinen Hügel türmt.

"Es ist eine Sauerei", sagt sie. Schon zu DDR-Zeiten hätten einige Leute hier ihre Abfälle illegal entsorgt. Inzwischen nehme das Problem jedoch überhand, so Klügel. Erst kürzlich entdeckte sie gut 15Brote sowie etliche Kuchenstücke, die jemand dort abgekippt hatte. "Jede Tafel hätte sich gefreut, die Lebensmittel als Spende zu bekommen", ärgert sie sich. Sie vermutet, dass womöglich ein Restaurantbesitzer oder ein Bäcker nach einer kostenlosen Alternative für die Entsorgung gesucht hat. Trauriger Höhepunkt: Vor wenigen Tagen stieß Klügel beim Spazieren gehen in dem Waldstück auf den leblosen Körper einer Katze. Der Fund macht sie fassungslos. "Das Maß ist voll." Jetzt fordert sie, eine Videokamera an der Stelle aufzustellen, um die Täter auf frischer Tat zu ertappen. Marko Rummer von der Gemeindeverwaltung Langenweißbach, an deren Ortsgrenze die kleine Mülldeponie stößt, kennt die Problemstelle gut.

"Wir haben in der Vergangenheit sogar schon Verursacher ermittelt und die Abfallbehörde des Landkreises informiert", sagt er. Zwei Verursacher mussten laut Behörden jeweils 150 Euro Bußgeld zahlen. Der Bußgeldrahmen bewegt sich bei solchen Verstößen zwischen 10 und 25.000 Euro. Von der Idee, eine Kamera aufzustellen, ist Rummer allerdings wenig überzeugt. "Das geht nicht einfach so", sagt er. "Dabei gibt es viele datenschutzrechtliche Vorgaben zu beachten." Zuständig sei zudem der Landkreis.

Zugleich bestätigt er, dass die Stelle als Mülldeponie beliebt sei, weil es eine Wendemöglichkeit für Autos gibt. Schnell rein, schnell raus. Doch wer entsorgt dort Lebensmittel und sogar Haustiere? Der Bad Schlemaer Ortsvorsteher Claus-Dieter Reinhardt kann sich auf solche Fälle keinen Reim bilden. "Zumal man alles anständig entsorgen lassen kann", sagt er. Das Waldstück zwischen Wildbach und Langenbach sei jedoch nicht die einzige Stelle, an der Leute ihren Müll illegal entsorgen. "Das Problem gibt es leider an mehreren Orten, nicht nur in Bad Schlema." (mit vim)

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