Trend zu höheren Elternbeiträgen hält an

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In 10 von 17 Kommunen im Altkreis Annaberg müssen Mütter und Väter im Vergleich zum Vorjahr tiefer in die Tasche greifen. Der preiswerteste Krippenplatz ist monatlich gut 100 Euro billiger als der teuerste. Woran liegt das?

Annaberg-Buchholz.

Zwischen den Nachbarorten Thermalbad Wiesenbad und Ehrenfriedersdorf liegen nur wenige Kilometer. Doch beim Thema Kinderbetreuung machen diese einen erheblichen Unterschied aus. Während Eltern etwa für einen Vollzeitkrippenplatz in der Bergstadt monatlich 183 Euro zahlen müssen, sind es im Kurort mehr als 100 Euro mehr. Dort wurde der Elternbeitrag für einen Krippenplatz ab Januar auf 287,38 Euro pro Monat erhöht. Durch eine von Bürgermeister Thomas Mey initiierte und vom Rat beschlossene Änderung der zugrunde liegenden Satzung fiel die Steigerung allerdings niedriger aus, als das ohne diesen Schritt der Fall gewesen wäre.

In 10 der 17 Kommunen des Altkreises Annaberg sind die Elternbeiträge seit Jahresbeginn oder bereits seit September gestiegen. Einmal davon nur teilweise, so wurden sie in Scheibenberg zwar im Krippen- und Kindergartenbereich erhöht, im Hort aber nicht. Zum Vergleich: Anfang 2020 mussten Mütter und Väter für einen Krippenplatz in Thermalbad Wiesenbad 272,98 Euro zahlen, gut 14 Euro weniger als jetzt. Auf Platz 2 und 3 im Altkreis Annaberg folgten damals Jöhstadt und Annaberg-Buchholz, woran sich auch im neuen Jahr nichts geändert hat. Dort müssen Eltern von Krippenkindern nun 276,16 Euro sowie 275 pro Monat aufbringen.

Mit diesem Geld wird aber nur ein relativ kleiner Teil der Kosten gedeckt, die pro Platz anfallen. Den Löwenanteil müssen die Kommunen finanzieren. So kostete etwa ein Krippenplatz in Crottendorf zuletzt gut 1284 Euro monatlich. Davon trug die Gemeinde knapp 830 Euro, den Rest das Land und die Eltern. Berechnet werden deren Beiträge anhand von gesetzlichen Vorgaben in Sachsen, die für Krippe, Kindergarten und Hort bestimmte prozentuale Spannen vorsehen, in welcher Höhe Mütter und Väter an den Personal- und Sachkosten beteiligt werden sollen. Über die konkreten Summen entscheiden die Stadt- und Gemeinderäte. Dabei wirken sich die unterschiedlichen Bedingungen vor Ort deutlich aus. So betreibt Thermalbad Wiesenbad mit nur rund 3200 Einwohnern vier Kindertagesstätten - eine in jedem Ortsteil. Hinzu kommen ein Hort und eine Kita in freier Trägerschaft, die ebenso im kommunalen Bedarfsplan stehen und in die Kalkulation einfließen. Jöhstadt betreibt mit weniger als 3000 Einwohnern ebenfalls drei Kindertagesstätten in der Stadt und den Ortsteilen sowie einen Hort.

Erhöhungen von Elternbeiträgen betreffen jedoch auch andere Orte wie Königswalde, wo ein freier Träger eine Kita und den Hort im Auftrag der Kommune führt. Woher rührt die Teuerung? Bürgermeister Ronny Wähner (CDU): "Die Steigerung war erforderlich, da die Kosten pro Betreuungsplatz wieder gestiegen sind. Diese resultieren überwiegend aus dem Bereich der Personalkosten, welche sich durch Tarifsteigerungen und Veränderung beim Betreuungsschlüssel erhöht haben." Mit der Erhöhung der Elternbeiträge werde aber nur ein Teil der Kostensteigung gedeckt. Den Rest müsse die Kommune tragen. Daher wurde andernorts auch Kritik am Zuschuss des Landes laut, der in den vergangenen Jahren nur geringfügig erhöht worden ist. So hatte etwa der Crottendorfer Gemeinderat Andreas Demmler (Bürgerforum) vor der dortigen Entscheidung gesagt: "Das Problem ist der Landeszuschuss, das ist eine Schweinerei. Er müsste erhöht werden. Dann hätten die Eltern Frieden und wir als Kommune eine finanzielle Entlastung." (mit aed)

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