Trinkwasser soll in der Region wie in Rom sprudeln

Hiesige Grüne fordern öffentliche Brunnen - auch soziale Komponente

Annaberg-Buchholz.

Badespaß in Freibädern und Seen, Menschen, die in den Straßencafés sitzen und Eis schlecken: Der aktuelle Sommer bietet Sonne satt und bringt viele Annehmlichkeiten mit sich. Doch die hohen Temperaturen, die durch den Klimawandel eher zur Regel denn zur Ausnahme werden dürften, treiben den erzgebirgischen Grünen Sorgenfalten auf die Stirn. Sie sprechen von weitreichenden Folgen für die menschliche Gesundheit. Heiße Tage, Tropennächte und Hitzeperioden führten besonders ältere Menschen, Kleinkinder oder Personen mit Vorerkrankungen an die Belastungsgrenze. "Anpassungsmaßnahmen und -strategien sind daher für jede einzelne Kommune, auch im Erzgebirge, zwingend notwendig", sagt Ulrike Kahl, Grünen-Chefin im Erzgebirge.

Konkret regt sie die Schaffung öffentlicher, barrierefreier Trinkwasserspender in den Städten und Dörfern der Region an. "Trinkwasser ist kostbar und lebensnotwendig, es ist ein öffentliches Gut, das allen Menschen, besonders an heißen Tagen, kostenlos zugänglich sein sollte", so Ulrike Kahl weiter. Damit wollen die Grünen mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: So helfe das stets verfügbare Trinkwasser nicht nur gesundheitlich. Die Brunnen könnten soziale Orte werden, wo sich Menschen treffen und miteinander ins Gespräch kommen. Und auch der Einzelhandel profitiere von einer Verlängerung der Aufenthaltsdauer in den Innenstädten, argumentiert die Kreisverbandsvorsitzende. Ulrike Kahl: "Gerade Senioren, die sonst die Hitzetage abgeschottet in ihren Wohnungen verbringen, ermöglicht man somit wieder eine Teilnahme am Alltag im Freien."

Als Vorbilder führt sie zahlreiche Beispiele ins Feld. In südeuropäischen Ländern wie Italien sei so etwas schon lange üblich. So gebe es in Rom 2500 solcher Trinkwasserbrunnen. Aber auch weiter nördlich sprudele Wasser aus öffentlichen Brunnen, etwa in Österreich und den Niederlanden. In weiteren Umkreis gibt es einzelne Beispiele, wie in Dresden oder Leipzig. "Das Erzgebirge ist da noch ein völlig weißer Fleck, was sich in Anbetracht zunehmender Hitzetage ändern sollte", sagt Ulrike Kahl. Die Grünen hoffen, dass viele hiesige Kommunen die Machbarkeit für Trinkwasserbrunnen ausloten und auch welche errichten. Sinnvoll sei das auch an Rad- oder Wanderwegen.

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