Unikate geben Einblick in die Welt des Bergbaus

Jonas Schmidt und Ingo Schaarschmidt erschaffen aufwendige Anlagen mit mechanischem Antrieb. Auch bei diesem besteht fast alles aus Holz. Zurzeit fließt die Technik in eine neue Idee ein.

Schönfeld.

Selbst den Lehm für die kleinen Fachwerkhäuser stellt er eigenhändig her. Alles soll so authentisch wie möglich sein bei den Heimatbergen, Buckelbergwerken und anderen Anlagen, die Tischlermeister Jonas Schmidt aus Schönfeld gemeinsam mit dem Jahnsbacher Schnitzer Ingo Schaarschmidt erschafft. Zurzeit arbeitet Schmidt an einer neuen erzgebirgischen Bergbaulandschaft, auf der sich wieder vieles dank einer speziellen mechanischen Antriebstechnik bewegen wird. "Bis auf den Motor ist dabei alles aus Holz", erklärt Schmidt. Die Kettenbewegung, damit sich etwa die Miniaturbergleute untertage in Bewegung setzen, hat er selbst entwickelt.

Er ist ein Tüftler und dabei äußerst wissbegierig. Viele Bücher füllen die Schränke in seiner Werkstatt - denn die Buckelbergwerke sollen ein realistischer Blick in die Vergangenheit sein. "Man muss sich für diese Arbeit mit der Bergbaugeschichte befassen. Es soll so aussehen, wie es einmal war", sagt der Erzgebirger. Und so hat er etwa in eines der mehrere Stockwerke umfassenden Kunstwerke eine Ehrenfriedersdorfer Radpumpe im Miniaturformat integriert - wie sie dort vor Jahrhunderten entwickelt worden war. Dafür half ihm eine Darstellung der Technik in Georgius Agricolas Werk "De re Metallica" aus dem 16. Jahrhundert weiter. Die Anlage diente einst zum Herauspumpen von Grubenwasser, wofür wiederum Wasserkraft eingesetzt worden sei.

Kleine Wasserräder - die finden sich auch in den Arbeiten von Jonas Schmidt und Ingo Schaarschmidt. Jedes davon fertigt der Schönfelder selbst an, generell ist er für die Arbeiten mit Holz und die Antriebstechnik zuständig - diese sei im Übrigen geschützt. Die Figuren schnitzt sein Geschäftspartner aus Jahnsbach, der auch die Hintergrundkulissen bemalt. Die beiden arbeiten seit Jahren zusammen und zeigen die Ergebnisse etwa bei den Schnitzertagen.

Die meisten Stücke sind Auftragsarbeiten. Aber es wird auch regelmäßig Neues ausprobiert - wie zurzeit bei der erzgebirgischen Bergbaulandschaft. Die Kulisse im hinteren Bereich soll an den Pöhlberg erinnern, davor hat sich Jonas Schmidt vom Frohnauer Hammerwerk inspirieren lassen - eine solche Anlage nebst Gesindehaus und Herrenhaus mit integriert. Es sei aber nicht original nachgebaut. Doch der kleine Schreckenbergturm lässt Betrachter schnell darauf schließen, wo das Ganze sein könnte. Im Untergrund werden Bergleute ihrer Arbeit nachgehen, eingerahmt von dickem Gestein. Das besteht ebenso aus Holz, sein Aussehen wird ihm durch eine spezielle Behandlung mit Ruß verliehen. Manchmal kommen aber durchaus Mineralien zum Einsatz.

Es sind Unikate, die auf diese Weise entstehen - etwas, das die Besitzer ein Leben lang haben und an die nächste Generation weitergeben können. Selbst kleine Nägel, die er verwendet, feilt der Tischlermeister zurecht, ebenso fertigt er Mini-Scharniere und andere Details selbst an. Das Arbeiten mit Holz liegt bei ihm in der Familie, schon Vater und Großvater waren Stellmachermeister. Den Handwerksbetrieb in Schönfeld gibt es seit 120 Jahren. Gegründet worden sei er als Zimmerei, bevor er später unter anderem auch eine Böttcherei war. Noch heute ist alles reines Handwerk, was Jonas Schmidt macht. Sein Ziel sei es, Außergewöhnliches zu schaffen. "Etwas, das nicht jeder kann."

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