Unternehmen möchten mit besonderen Leistungen punkten

Berufsorientierung mit Informationen aus erster Hand gab es am Samstag beim Saisonauftakt der regionalen Ausbildungsmessen. "Freie Presse" hat sich vor Ort umgehört.

Annaberg-Buchholz.

Anstelle von Bällen, Toren und Sportteams haben 105 Aussteller - Unternehmen, Institutionen und Hochschulen - am vergangenen Samstag die Annaberg-Buchholzer Silberlandhalle gefüllt. Zum diesjährigen Saisonauftakt der regionalen Ausbildungsmessen standen Ansprechpartner zwischen 10 und 15 Uhr Interessierten Rede und Antwort. Und das kommt an. Laut Besucherbefragungen im vergangenen Jahr nutzen rund 71 Prozent der Jugendlichen die Chance, um sich über beruflichen Perspektiven im Erzgebirge zu informieren, wobei durchschnittlich zwischen fünf und zehn Aussteller gezielt besucht werden. Auch die 14-jährige Nele Wangerin erhofft sich vom Besuch der Messe ein "größeres Bild von Berufsmöglichkeiten im Erzgebirge" zu erhalten. Obgleich sie ihren bisherigen Fokus auf eine Karriere als Polizistin gelegt hatte, interessierte sich die Schülerin auf der Messe für soziale Berufe, aber auch der Stand des Ahorn-Hotels hatte Eindruck bei ihr hinterlassen. "Dadurch, dass man mit den Leuten reden kann, werden auf einmal ganz andere Berufe interessant", sagt sie. Nachdem sie 90 Minuten mit Personalern geredet, Flyer angeschaut und viele Fragen gestellt hat, weiß Nele zwar noch immer nicht genau, welchen Beruf sie einmal ergreifen möchte, aber zumindest habe ihr die Messe bei der Meinungsbildung weitergeholfen.

Und auch die Unternehmen profitieren von dem Konzept. Nicht selten werden im direkten Gespräch Praktikumsplätze und Ferienjobs vergeben und Azubis beziehungsweise Studenten angeworben. Dies stellt in Zeiten von Personalmangel eine Erleichterung für viele Unternehmen dar. Laut Sascha Glöckner von der Agentur für Arbeit sei dieser Mangel häufig sogar existenzgefährdend und müsse dringend bekämpft werden. Zu diesem Zweck werden unter anderem besondere Leistungen für die Azubis angeboten. So bezahlt Frauenthal Automotive beispielsweise allen Auszubildenden den Führerschein. Auch das Porsche-Werk in Schwarzenberg springt auf diesen Zug auf. Zwar sei das Unternehmen laut Personalerin Anne Weber in diesem Bereich schon immer gut aufgestellt gewesen, aber die Leistungen werden dennoch immer mehr. Demnach werde nicht nur nach Tarifvertrag entlohnt, sondern auch Teamevents organisiert, Gesundheitstage und kostenlose Freizeitaktivitäten angeboten.


Trotz allem hätten sich aber die Ansprüche an die Mitarbeiter nicht verringert. Nach wie vor werde Engagement und Interesse gefordert. "Lieber lassen wir Stellen offen, als den falschen Bewerber einzustellen. Es sollen schließlich alle auf der Zielgeraden ankommen." Dennoch bewege sich der Fokus weg vom reinen Zeugnis und hin zu den Soft Skills, also den persönlichen Kompetenzen der Bewerber.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...