Unwetter am Pfingstmontag: Blitzeinschlag in Dachstuhl löst Großeinsatz aus

Ein Haus bleibt nach Eingreifen der Feuerwehr bewohnbar. Andernorts sorgten Starkregen und Hagel für Probleme.

Steinbach/Annaberg.

Ein Dachstuhlbrand in Steinbach am Pfingstmontag ist die wohl dramatischste Folge des Unwetters mit Gewitter, Starkregen und Hagel im Raum Annaberg gewesen. "Ich habe es einschlagen sehen. Es sah aus wie ein Kugelblitz. Innerhalb von Sekunden schossen dann auch schon die Flammen in den Himmel", sagt Peter Tippmann, der etwas unterhalb des betroffenen Gebäudes wohnt. Für ihn bedeutete die Szenerie sofortiges Handeln, denn Tippmann ist Leiter der Steinbacher Feuerwehr und war an dem Abend auch Leiter des Einsatzes, bei dem es galt, 77 Kameraden der Wehren Grumbach, Arnsfeld, Satzung, Reitzenhain, Marienberg und Steinbach zu koordinieren.

Dass das Haus nicht abgebrannt ist, seien einem schnellen konzentrierten Innenangriff sowie der Tatsache zu verdanken gewesen, dass erst einen Tag zuvor das Steinbacher Schwimmbad gefüllt wurde, so Tippmann. Von dort habe man eine rund 700 Meter lange Wasserversorgung aufgebaut. "Weil der Wohnbereich selbst kaum betroffen ist, kann das Haus weiter bewohnt werden", sagt Tippmann, der die gute Zusammenarbeit mit den Wehren aus dem ehemaligen Mittleren Erzgebirgskreis lobt.


Auch in Crottendorf und Walthersdorf hat das Unwetter heftig gewütet. Betroffen war das gesamte Gemeindegebiet. "In Walthersdorf hatten wir zudem wild abfließendes Wasser von einer großen Fläche, das sich in einer Talsenke gesammelt und drei Teiche geflutet hat", sagte Bürgermeister Sebastian Martin. Der Radweg in Crottendorf war am Dienstag ebenso wegen Aufräumarbeiten noch zeitweise gesperrt. Auf einem Privatgrundstück in Walthersdorf habe ein umgestürzter Baum eine Garage getroffen. Auch das Crottendorfer Rathaus blieb nicht verschont. Dort ist auf einer größeren Fläche der Putz heruntergekommen. Die Lage war ernst. Doch man habe noch Glück gehabt, so Martin. "Noch eine halbe Stunde länger solcher Regen, dann wären wir auf ganzer Linie abgesoffen."

Aufräumen war am gestrigen Dienstag auch im Tierheim "Neu-Amerika" nahe der Kreisstadt angesagt. Dort war eine Birke umgestürzt und hatte unter anderem Kabel heruntergerissen. Telefon und Internetanschluss funktionieren deshalb vorerst nicht.

In der Rettungsleitstelle Chemnitz wurden am Montagabend insgesamt 39 Einsätze im Erzgebirgskreis dokumentiert, davon 32 im Stadtgebiet Annaberg-Buchholz. Bei den meisten Einsätzen handelte es sich um technische Hilfeleistungen wie Schlammlawinen beseitigen oder Keller auspumpen, erläutert Landkreis-Sprecherin Katja Peter.

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