Weniger Geld für Soziales?

Der Erzgebirgskreis hat in den vergangenen Jahren bei Aufwendungen etwa für die Grundsicherung Arbeitsuchender gespart. Und nicht nur dort. Mit Knausrigkeit hat das jedoch nichts zu tun.

Annaberg-Buchholz.

Knausert der Erzgebirgskreis etwa bei den Sozialausgaben? Diese Vermutung liegt zumindest beim Blick auf den gesunkenen Prozentsatz der Sozialausgaben gemessen am Haushalt des Landkreises nahe.

Während der Erzgebirgskreis nämlich 2016 noch 58,23 Prozent seines Budgets in Sozialtransferleistungen investierte, waren es 2017 nur noch 56,82 Prozent. Oder in Euro ausgedrückt: Während der Landkreis 2016 noch 229,2 Millionen Euro für Soziales verwendete, waren es im Jahr 2017 nur 212,4 Millionen Euro. Die Ursachen der geringeren Zahlungen sind laut André Beuthner vom Landratsamt vor allem in den einzelnen Ausgabeposten zu finden.

Den Mammutanteil der Sozialtransferleistungen macht die Grundsicherung für Arbeitsuchende aus. "Und ebendieser Posten nimmt ab", so Beuthner. Während 2015 noch 149,3 Millionen Euro ausgegeben wurden, so waren es 2016 noch 132,2 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden 119,1 Millionen Euro ausgegeben. Beuthner erklärt dies mit der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und der daraus resultierenden geringeren Anzahl Arbeitsloser. Auch die Leistungen für Asylbewerber gingen von 2016 auf 2017 um etwa 10 Millionen Euro auf 26,7 Millionen Euro zurück. Andere Kosten, die in den Bereich Sozialtransfer fallen, steigen demgegenüber seit Jahren an. Dazu gehören der Unterhaltsvorschuss, der zunehmend in Anspruch genommen wird, aber auch Jugendhilfeleistungen (2015: gut 21 Millionen Euro, 2017: mehr als 33 Millionen Euro), Sozialhilfeleistungen sowie Eingliederungshilfen für behinderte Menschen.

Im laufenden Haushaltsjahr wird sich die Summe der Transferaufwendungen übrigens wieder erhöhen. Im Etat des Landkreises sind 237,2 Millionen Euro veranschlagt. Ob das Geld aber wirklich ausgegeben werden muss, ist nicht sicher. Laut Landratsamt ist in diesem Jahr im Erzgebirgskreis eine deutlich gesunkene Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die Zahl der Asylbewerber ging ebenfalls zurück. Beide Faktoren führen zu geringeren Sozialtransferaufwendungen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...