Wenn Grün im Wohngebiet verschwindet

Aus verschiedenen Teilen des Barbara-Uthmann-Rings hagelte es dieser Tage Kritik wegen Rückschnitts von Hecken und Sträuchern. Was sagen die Verantwortlichen dazu?

Annaberg-Buchholz.

Die Bewohner des Annaberg-Buchholzer Barbara-Uthmann-Rings lieben das viele Grün in ihrem Wohngebiet. Dementsprechend sensibel reagieren sie, wenn hin und wieder die Säge beziehungsweise Heckenschere angesetzt und etwa Hecken und Sträucher beschnitten werden. In den vergangenen Tagen und Wochen war es wieder einmal so weit. Und umgehend hagelte es aus verschiedenen Ecken des Uthmann-Rings Kritik an den Verantwortlichen. Das sind die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWA) sowie die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Erzgebirge.

Einer, der mit Kritik nicht sparte, ist Anwohner Wolfgang Rickelt. Er kann nicht verstehen, warum zum Beispiel vor dem Block mit den Eingängen 126 bis 130 alle Sträucher bis zur Grasnarbe abgeschnitten wurden. Das Gerüst, das an der Fassade des Blocks anschließend aufgestellt wurde, hätte auch Platz gehabt, wenn man nicht diesen Kahlschlag betrieben hätte, so Rickelt. Dieser sei aus seiner Sicht einfach unnötig gewesen. Selbst der ganz normale Rasen wird, wie er sagt, viel zu oft gemäht. Ein bisschen weniger Pflege könne manchmal nicht schaden, betont Rickelt. Er hofft, dass in Zukunft mit etwas mehr Sensibilität vorgegangen wird.


Diesen Rückschnitt der Sträucher vor den Aufgängen 126 bis 130 hat die Genossenschaft in Auftrag gegeben. "Wir sind dort allerdings kein Eigentümer, sondern verwalten nur die Wohnungen im Auftrag des privaten Eigentümers", erklärt Monika Kube, WBG-Vorstand. Weil die Fassade neu gestrichen werden sollte, was inzwischen passiert ist, störten die Sträucher beim Aufstellen der nötigen Gerüste, so Kube. Die dortigen Wohnungseigentümer seien im Vorfeld der Maßnahme informiert gewesen. "Wir wollen keineswegs die Landschaft verschandeln, kein Ökosystem durcheinander bringen. Wir müssen aber für eine entsprechende Ordnung sorgen", betont Kube. Das Problem sei, dass es sich bei der Firma, die für die WBG die Grünschnittarbeiten im Uthmann-Ring ausführt, um einen Hausmeisterdienst und keinen Landschaftsgestalter handele. Kube würde sich freuen, wenn sich Anwohner künftig bei ihr melden, sobald Eingriffe in die Natur festgestellt werden, die ihnen missfallen.

Ähnliche Kritik gab es auch aus der Umgebung der Aufgänge 17 bis 24. Auch dort wurden Sträucher zurückgeschnitten, wenn auch nicht so weit wie in dem ersten Fall. "Man kann leider nichts dagegen tun", sagt Anwohner Klaus Reichert. Verantwortlich in dem Fall ist die SWA. Die Erklärung, die Geschäftsführer Sven Schreiter dazu abgibt, hört sich ähnlich an, wie die der WBG. Grund sei auch eine geplante Sanierung - und zwar der Balkons sowie der Fassade. Dafür müsse ein Gerüst gesetzt werden, was den Rückschnitt der Sträucher notwendig gemacht habe.

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