Wo sonst gerudert wird, fehlen Kähne

Ab Herbst des kommenden Jahres finden Bauarbeiten im Kriebsteiner Hafen statt. Das hat Auswirkungen auf den Bootsverleih an der Talsperre.

Kriebstein/Lauenhain.

Für Bootsverleiher Peter Groß in Lauenhain war 2018 ein Rekordjahr. Seit 1999 ist er im Geschäft, bietet an der Talsperre 14 Boote zum Verleih an. Sieben mit Elektromotor, zwei zum Rudern, ein behindertengerechtes Wasserfahrzeug und zwei Tretboote. "So gut lief es noch nie. Es gab in diesem Sommer etliche Tage, an denen alles vermietet war", erzählt Groß.

Grund für den Erfolg sei laut Groß aber nicht nur das schöne Wetter, es waren auch viele Gäste, die zunächst wie gewohnt den Hafen in Kriebstein angesteuert hätten. Und das ärgert den Lauenhainer Verleiher. "Die Leute haben in Kriebstein Parkgebühren bezahlt, sind dann zum Hafen gegangen, um zu erfahren, dass es dort keine Ruderboote mehr gibt."

Laut Thomas Caro, Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes, sei dies bekannt. Schuld sei die marode Anlegestelle im Hafen. Deshalb müsse man die Fähren an dem Anleger unterbringen, an dem früher die Ruderboote festgemacht waren.

"Einige Boote haben wir an die Jugendherberge Falkenhain abgegeben, ein paar an das Theater und einige behalten wir für unseren Bedarf", erklärt Caro. "Wir haben im Sommer die Leute natürlich nach Lauenhain geschickt." Und das werde auch 2019 so sein, denn der neue Fähranleger könne frühestens ab Herbst 2019 gebaut werden. Kürzlich habe es eine Bauberatung gegeben. Caro rechnet damit, dass im Februar die Ausschreibungen erfolgen können, und mahnt zur Eile. "Wir können nur hoffen, dass der jetzt genutzte Anleger noch ein Jahr hält."

Ziel sei es, die Bootsstege auch behindertengerecht zu gestalten, als Ersatzneubau mit 1,50 Meter Breite. Die Kosten ließen sich noch nicht beziffern. "Lauenhain kann sich also freuen, noch ein Jahr so viel Andrang zu haben", sagt Caro. Doch damit ist Groß gar nicht so glücklich, denn mehr Ansturm kann er aus Kapazitätsgründen gar nicht bewältigen. "Uns fehlt einfach der Platz. Ich finde es schade, wenn ich Leute enttäuschen muss, weil kein Boot mehr frei ist."

Ob jemals wieder in Kriebstein gerudert werden kann oder soll, lässt Caro offen. "Ich mache keine Versprechen, es ist aber ein Ziel", sagt der Geschäftsführer. In Kriebstein legen in diesem Jahr letztmalig am 31. Oktober Schiffe zu Rundfahrten ab. Auch die Fähre ist am Mittwoch nochmals unterwegs.

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