Zulieferer blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

PWK Automotive mit Standorten unter anderem in Gelenau und Schönbrunn sieht sich für die Zukunft gerüstet. In den Maschinenpark wurde im vergangenen Jahr unterdessen kräftig investiert.

GELENAU.

Ein erfolgreiches Jahr bilanziert Geschäftsführer Harald Dorth dem Unternehmen PWK Automotive. 2017 gegründet, steht die Firma mit dem Hauptwerk im nordrhein-westfälischen Krefeld als Hersteller von Komponenten für die Automobilindustrie auch in Zittau, Schönbrunn und Gelenau auf sicheren Beinen.

Die sächsischen Standorte entstammen der Gebrüder Kunze GmbH und ihrer Schwestergesellschaft Ibex Automotive GmbH, die am 10. Februar 2016 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzanträge gestellt hatten. Das neue Unternehmen um das Presswerk Krefeld sicherte sich die Firmenessenzen wie Gebäude, Anlagentechnik und Maschinenpark. Auch die nach der Insolvenz dort noch beschäftigten 320 Mitarbeiter wurden übernommen und die Fertigung fortgeführt.


"In Zusammenarbeit mit Krefeld produzieren wir unter der Firmierung PWK Ibex am Standort im Gelenauer Gewerbegebiet Am Gründel inzwischen effektiver und umfangreicher als das vor der Insolvenz der Fall war", erklärt Harald Dorth und bestätigt den Erzgebirgern eine hohe Motivation, Leistungsbereitschaft und fachliche Qualifikation. Von Anfang an sei man von einer Win-win-Situation ausgegangen, die sich bestätigt habe. "Das Fertigungsprofil an den unterschiedlichen Standorten ist analog und ergänzt sich im Sinne einer erfolgreichen Firmenzukunft."

Mit der Zusammenführung habe sich das Gesamtsortiment an sicherheitsrelevanten Teilen für die Automobilindustrie erweitert und werde auch zukünftig den ständig wachsenden Anforderungen der deutschen und europäischen Fahrzeughersteller gerecht. Schon vor der Übernahme habe es umfangreiche Gespräche mit den Kunden der Gebrüder Kunze GmbH gegeben, die zum großen Teil aus den Krefelder Auftragsbüchern bekannt waren. "Keiner von ihnen ist während der einjährigen Insolvenz abgesprungen."

Sorgen bereitet der Unternehmensführung in Gelenau hingegen der vorhandene Maschinenpark. "Die Fertigungstechnik ist nicht prinzipiell veraltet, befindet sich jedoch in keinem stabilen Produktionszustand", erläutert Roland Heller.

Die Gründe dafür sieht der Leiter Produktion in der vorbeugenden Instandsetzung, die aus finanziellen Gründen in den zurückliegenden drei Jahren vernachlässigt wurde. Durch erhöhte Prozess- und Endkontrollen sichere man derzeit die hohen Qualitätsanforderungen im Segment Automobilbau und habe im zurückliegenden Jahr insge- samt zwei Millionen Euro in den Anlagen- und Maschinenpark investiert.

Auch mit Blick auf die politische Diskussion zur Zukunft des Verbrennungsmotors sieht Harald Dorth das Unternehmen auf der sicheren Seite. "Wir fertigen keine Komponenten für Motor- oder Antriebstechnik. Unsere Erzeugnisse sorgen für Sicherheit und Komfort in den Fahrzeugen", konstatiert der 57-Jährige. "Teile für Lenkung, Radlager, Stoßdämpfer oder Sicherheitsgurte finden sich in dieser oder ähnlicher Form auch in Elektroautos wieder."


Firma sucht Ingenieure

PWK Automotive beschäftigt an den Standorten Krefeld, Zittau, Schönbrunn und Gelenau rund 700 Mitarbeiter. Im Gewerbegebiet Am Gründel arbeiten insgesamt 147 Frauen und Männer.

Derzeit werden elf junge Leute in Krefeld, Zittau und im Erzgebirge zu Zerspanungsfacharbeitern und Industriekaufleuten ausgebildet. In Gelenau sind für das kommende Ausbildungsjahr sieben, in Zittau sechs Lehrstellen geplant. Alle Auszubildenden werden nach erfolgreichem Lehrabschluss übernommen.

Das Gesamtumsatzvolumen der PWK Automotive beläuft sich jährlich auf 120 Millionen Euro. In Gelenau sollen in den kommenden zwei Jahren weitere vier Millionen Euro in moderne Anlagen- und Fertigungstechnik investiert werden.

Derzeit ist das Unternehmen auf der Suche nach Zerspanungsmechanikern für unterschiedliche Fertigungsprozesse. Auch zwei Ingenieurstellen warten auf Bewerber.

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