Zweite Petition zum Rotwild: Entscheidung steht bevor

Aussicht auf Erfolg schwindet trotz Unterstützung

Annaberg-Buchholz.

Seit Jahren schwelt zwischen der Hegegemeinschaft Erzgebirge und dem Sachsenforst ein Streit ums Rotwild. Die Vorwürfe der Tierschützer: falsche Bejagung, zu hohe Abschusszahlen, unlautere Methoden und keine Kontrolle des Staatsbetriebs. Nachdem eine erste Petition im Ausschuss des Landtags gescheitert war, hoffen Hegegemeinschafts-Chef Karsten Bergner und seine Mitstreiter nun, dass eine zweite erfolgreich ist.

Schon im Dezember 2017 reichten die Hegegemeinschaften Erzgebirge, Westerzgebirge, Oberes Vogtland und Tharandter Wald eine zweite Unterschriftensammlung im Petitionsausschuss ein. 4127 Unterzeichner fordern einen artgerechteren Umgang mit Wild und eine Reform der Strukturen. Nach einer Anhörung der Petenten im Juni 2018 steht nun eine Entscheidung der Abgeordneten unmittelbar bevor.

Bergner erhält im Vorfeld der Abstimmung weitere Rückendeckung. So unterstützt der Landesjagdverband die Petitionspläne. Auch der Naturschutzverband Sachsen (Nasa) und die Grüne Liga Sachsen haben im Dezember ein Schreiben an Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt geschickt. Demnach beobachten beide Vereine mit großer Sorge "die zunehmenden Spannungen zwischen den forstwirtschaftlichen Nutzungsambitionen und der Schutzfunktion des Waldes als Lebensraum wild lebender Tiere und Pflanzen". Die Ausdehnung der Jagdaktivitäten sei kontraproduktiv und widerspreche tierethischen Grundsätzen. "Auch der sächsische Bauernverband hat an Schmidt geschrieben, fordert ebenfalls Änderungen. Dass uns derart viele Verbände und Vereine unterstützen, ist doch der Beweis, dass etwas schief läuft", so Bergner.

Und wie stehen die Chancen? Hauptberichterstatter ist der Landtagsabgeordnete Andreas Heinz (CDU), Mitberichterstatterin Kathrin Kagelmann (Linke). Während Kagelmann nach Anhörung der Petenten und weiteren Nachfragen die Staatsregierung zum Handeln bewegen will, wird Heinz dem Ausschuss eher empfehlen, die Petition abzuweisen. Er sagt: "Wald vor Wild". Inhalte der Petition, die Gesetzänderungen nach sich ziehen würden, werde er empfehlen abzulehnen. Eine Entscheidung im Petitionsausschuss erfolge frühestens am 14. Februar, so Heinz. Kagelmann rechnet mit einer Kampfabstimmung - und dem Nachsehen für die Opposition: "Die Chancen sind mäßig."

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