Zwischen Legosteinen und 3D-Druckern

Im Bildungszentrum "Adam Ries" haben in dieser Woche zwei besondere Projekt-Busse Station gemacht. Es ging um Kunst, Kreativität und die Zukunft.

Annaberg-Buchholz/Dresden.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind für die Jungen und Mädchen der Grundschule des Bildungszentrums "Adam Ries" eigentlich zu weit weg, um mal schnell eine Unterrichtsstunde dort abzuhalten. Warum also nicht die Kunst nach Annaberg-Buchholz bringen? Genau das ist in dieser Woche geschehen. Möglich macht es ein besonderes Projekt - der Museumsbus. Seit März ist das Gefährt zu Bildungseinrichtungen unterwegs. An Bord hat es aber keine Alten Meister oder expressionistische Gemälde, sondern Tausende Legosteine. Das mobile Museum ist mit einem Werk des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson eingerichtet. Es ist quasi eine Fortführung der Ausstellung "Kinderbiennale. Träume & Geschichten", die bis Februar im Japanischen Palais in Dresden zu sehen war.

In einem Raum konnten Kinder aus weißen Legobausteinen Visionen einer zukünftigen Stadt entwickeln. Drei Tonnen Legosteine standen damals zur Verfügung. Soviel Platz bietet der Museumsbus nicht. Nichtsdestotrotz geht es bei der mobilen Variante um das gleiche Anliegen. "Es ist nicht wichtig, wer es macht, sondern dass man es macht", sagt Museumspädagogin Anke Graf. Die Jungen und Mädchen sollen kreativ werden, so entstehe Kunst.

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Dass die Legosteine alle weiß sind, komme nicht von ungefähr. Schließlich werde dadurch eine Fläche nicht automatisch zur Wiese, nur weil man grüne Steine verwendet. Es braucht also mehr, um das auszudrücken, was die Kinder entstehen lassen wollen. Und Legosteine haben noch eine andere Funktion. Die Kinder kennen sich damit aus, können sofort einsteigen, ohne große Erklärungen zu brauchen. Und es funktioniert. Nach ein paar einleitenden Worten entstehen Türme, Häuser, Boote und vieles mehr. Das Geschaffene bleibt, kann von den nächsten Gruppen weitergebaut, verändert werden. So werden die Schüler wie selbstverständlich zu Architekten, Kunstschaffenden, ohne es richtig mitzubekommen.

Und das mobile Museum war an diesem Tag nicht die einzige Attraktion. Auch das sogenannte "Fabmobil" parkte am Bildungszentrum. Die Macher verstehen es als ein fahrendes Kunst-, Kultur und Zukunftslabor. Ziel sei es, Creative Technologies wie 3D-Druck, Virtual Reality, Robotik und Programmierung in den ländlichen Raum zu bringen. Dafür wurde auf zwei Etagen einiges an Technik eingebaut. An Laptop-Arbeitsplätzen arbeiteten die vierten Klassen zunächst mit einem Computerprogramm, das 3D-Modelle entstehen lässt. Danach wurden diese in einem 3D-Drucker Realität. Und das gerade einmal innerhalb von zwei Stunden. Es geht darum, vom Bastler zum Entwickler zu werden, erklärt Sebastian Piatza. Künstlerisches Schaffen und handwerkliche Fähigkeiten gehen Hand in Hand. Im Fabmobil wird deutlich, warum es wichtig ist, Mathe, Physik und Biologie zu pauken. Am Ende fließen alle Wissenschaften bei vielen Themen ohnehin zusammen. Ziel des Projektes ist es, Begeisterung für technologie-basierte und künstlerische Kultur zu schaffen, selbstständige Kritikfähigkeit gegenüber neuen digital-technologischen Trends zu fördern und einen selbstbewussten, schöpferischen und sozial-reflektierten Umgang mit Technologie hervorzurufen. Das Fabmobil sei zur Erfüllung dieser Mission unter anderem auch Teil der Kinderbiennale in Dresden gewesen. Kein Wunder, dass die Busse auch gemeinsam auf Tour sind. Und das Zusammenspiel zeigt sich auch ganz praktisch. So ist es zum Beispiel möglich, im Fabmobil Figuren zu erschaffen, die dann auf Legosteine gedruckt werden. Diese wiederum können die im Museumsbus entstandenen Gebäude zieren. Kunst und Technik, Digitalisierung und Kreativität gehen manchmal Hand in Hand.

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