Aktionstag für Pendler hilft auch Firmen

Wegen der Arbeit nehmen viele Erzgebirger weite Strecken auf sich oder sind ganz weggezogen. Chancen gibt es aber auch hier, wie eine Veranstaltung in Aue zeigt.

Aue.

Ines und Tobias Schubert stammen aus dem Erzgebirge und sind 2002 nach Speyer gezogen - der Arbeit wegen. Jetzt überlegt das Paar, zurückzukehren in die alte Heimat. Arbeitsmöglichkeiten bieten sich in der Region viele für den 39-Jährigen, der gelernter Maurer ist und für die 37-Jährige, die im Restaurantfach gelernt hat und jetzt als Erzieherin tätig ist. Das stellten sie beim sogenannten Pendler-Aktionstag am Freitag im Kulturhaus Aue fest.

Insgesamt 32 Betriebe und Institutionen aus dem Raum Aue-Schwarzenberg und Stollberg waren mit Info-Ständen vertreten. Rohrleitungsbauer, Schweißer und Anlagenbauer sucht zum Beispiel die Strüder Rohr-, Regel- und Messanlagen GmbH Schneeberg. Das Unternehmen mit 60 Mitarbeitern hat in der Region und darüber hinaus viele Aufträge. "Wir könnten noch mehr machen, uns fehlt aber das Personal. In den nächsten Jahren werden zudem Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden", sagt Geschäftsführer Thomas Frötschner. Bei bisher vier Teilnahmen an der Pendlerbörse hat das Unternehmen zwei Mitarbeiter gewonnen.

"Ich habe gerade eine interessante Bewerbung in meinen Händen", freut sich Ulrike Borgers, Personalleiterin im Eisenwerk Wittigsthal. Der Bewerber komme aus dem Ruhrgebiet, seine Frau stamme aus dem Erzgebirge. Das Johanngeorgenstädter Unternehmen hat dieses Jahr erst Leute für die Produktion eingestellt und sucht jetzt Mitarbeiter für die Personalsachbearbeitung und Buchhaltung. "Über alle Branchen weg werden Fachkräfte gesucht", weiß die Personalchefin. "Man hat sehr gute Chancen, wenn man in der Region einen Job sucht."

Fürs Helios-Klinikum Aue ist der Pendler-Aktionstag Chefsache. Geschäftsführer Marcel Koch hat für einen Tag dafür seinen Urlaub unterbrochen. Gegen Mittag kann er auf sieben Bewerber verweisen, von denen zwei die Qualifikation mitbringen würden, die die Klinikleitung erwartet. "Im vergangenen Jahr hatten wir vier Interessenten durch die Pendlerbörse gewonnen - alle vier arbeiten immer noch bei uns", sagt die Sprecherin des Klinikums, Katharina Kurzweg. Eine arbeitet als Palliativschwester, eine in der Notaufnahme. Mitarbeiter mit solchen Qualifikationen seien wie "Goldstaub auf dem Markt", so Kurzweg.

Organisiert wurde der Aktionstag von der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, der Agentur für Arbeit und der Regionalkammer Erzgebirge der IHK. Bis zu seinem Ende kamen nach Schätzung der Wirtschaftsförderung rund 350 Gäste.

Jobbörsen Wer einen Arbeitsplatz in der Region sucht, wird auch bei "Freie Presse" fündig. Auf dem speziellen Portal "Mein Job" sind im Durchschnitt 10.000 Jobs und Ausbildungsangebote dauerhaft online. Wöchentlich wird das Portal von durchschnittlich 7000 Interessenten besucht. Zu finden ist es unter:www.freiepresse.de/meinjob

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