Ausflug über die Grenze derzeit nur unter Auflagen möglich

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Auch nach dem Wegfall der stationären Kontrollen gelten die Reisebeschränkungen weiter. Nur mit triftigem Grund ist die Reise ins Nachbarland und zurück möglich.

Johanngeorgenstadt.

Endlich wieder günstig tanken, Zigaretten kaufen oder zum Friseur gehen. Nach dem Wegfall der stationären Kontrollen an der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien dachte so mancher Erzgebirger, dass damit die uneingeschränkte Reisefreiheit zurück sei. Das hat die Bundespolizei am Wochenende unter anderem am Grenzübergang in Johanngeorgenstadt festgestellt. "Der Reiseverkehr hat stark zugenommen", sagt Eckhard Fiedler, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Klingenthal. "Oftmals wird dann Unwissenheit vorgespielt", so der Beamte. "Wir wussten nicht ...", hören die Kollegen von den Tschechien-Rückkehrern. Außerdem habe es zahlreiche Anrufe von Erzgebirgern und Vogtländern bei der Bundespolizei gegeben, weil sich die Bürger unsicher seien, welche Regelungen nun gelten.

Dabei sei die Lage simpel, so Fiedler. Denn an den Einschränkungen und Regeln für die Einreise aus Tschechien nach Deutschland habe sich nichts geändert. Der Grund sei nach wie vor die Corona-Pandemie, verbunden mit hohen Fallzahlen in Tschechien. Das Robert-Koch-Institut habe das Land als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das bedeutet: Bei Neuinfektionen lag der Inzidenz-Wert in der Tschechischen Republik bis vor Kurzem deutlich über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Mitte der Woche war er allerdings auf unter 200 gesunken.

Dennoch gilt: Wer aus Tschechien nach Deutschland möchte, muss sich generell vorher digital anmelden, wie Eckhard Fiedler sagt. Notfalls sei eine Ersatzmeldung vor Ort bei den Beamten der Bundespolizei zulässig. Einreisende brauchen zudem einen negativen PCR- oder Schnelltest in Papierform oder digital abrufbar. Der dürfe nicht älter als 48 Stunden sein. "Ein Selbsttest reicht nicht aus", sagt der Polizeisprecher. Am Grenzübergang in Klingenthal gebe es zudem die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Auch ein Test, der vor der Reise nach Tschechien beispielsweise in einem Testzentrum im Erzgebirge gemacht worden ist, werde bei der Rückkehr anerkannt, wenn er nicht zu alt ist.

Wichtig sei zudem: Die Einreise muss aus triftigem Grund passieren. Dazu zählen nach Informationen der sächsischen Landesregierung unter anderem die Berufsausübung, ein Studium und der Besuch von nahen Familienangehörigen. Tanken oder Einkaufen gehören nicht dazu, ebenso wenig touristische Ausflüge. Wer deswegen dennoch nach Potucky (Breitenbach), Bozi Dar (Gottesgab) oder in andere tschechische Ortschaften und Wandergebiete fährt oder läuft, muss nach der Wiedereinreise in Quarantäne. Wenn solch ein Rückkehrer an der Grenze von den Bundespolizisten kontrolliert wird, melden die Beamten den Fall an das zuständige Gesundheitsamt, so Eckhard Fiedler.

Davon abgesehen: Auch Tschechien lässt Menschen derzeit nicht uneingeschränkt ins Land, informiert das Innenministerium in Prag. Da Deutschland bei den Nachbarn ebenso als Corona-Hochrisikogebiet gilt, brauchen Reisende ein triftiges Anliegen wie Berufstätigkeit, Studium oder medizinische Gründe. "Ein Familienbesuch ist nur zur Ausübung des Sorgerechts oder zur Pflege und Unterstützung eines Verwandten möglich", heißt es aus dem Auswärtigen Amt.

Wer nach Tschechien möchte, braucht auf jeden Fall einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, oder einen höchstens 24 Stunden alten Antigen-Test (Schnelltest). Auch eine Vorab-Anmeldung ist nötig. Ausnahmen gibt es unter anderem für Grenzpendler und im Güterverkehr. Die Bundespolizei jedenfalls kontrolliert im Rahmen von Schleierfahndungen sowie verstärkt in Zusammenarbeit mit der sächsischen Landespolizei auch in und um Johanngeorgenstadt, dass die Regeln eingehalten werden, so Fiedler.

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