Ausstellung würdigt Lebenswerk

Mit einer Sonderschau wird der 100. Geburtstag der Schneeberger Schnitzschule gefeiert. Für den langjährigen Schnitzlehrer Walter Pflugbeil gibt es noch weitere Gründe.

Neustädtel.

Gegründet wurde sie einst unter dem Namen "Städtische Schnitzschule zu Neustädtel", nun darf am 26. Juli ihr 100. Geburtstag gefeiert werden. "Ursprünglich wollte die Bergstadt dieses Jubiläum mit einem umfangreichen Programm begehen, doch Corona hat dies verhindert", erklärt die Schneeberger Marktmeisterin Heidi Schmidt. Trotzdem wird die einzigartige Einrichtung gewürdigt. So soll es am 18. Juli im Rathaus eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Unterwegs auf traditionelle und neuen Wegen" geben, bei der über die Entwicklung des Schnitzens in den zurückliegenden Jahrzehnten gesprochen wird. Wer sich selbst ein Bild von der Holzkunst machen möchte, die mit der Schnitzschule der Bergstadt verbunden ist, der sollte sich die Sonderausstellung im Museum für bergmännische Volkskunst ansehen. Vom 18. Juli bis zum 20. September wird eine Auswahl von Werken der Schnitzschüler aus den vergangenen Jahren gezeigt. Zudem sind aktuelle Arbeiten von Holzkünstlern zu sehen, die bei Walter Pflugbeil das Schnitzen lernten. Der heute 88-Jährige übernahm am 15. September 1970 die Leitung des Kinderschnitzzirkels und begeht in diesem Jahr somit ebenfalls ein ganz persönliches Jubiläum: 50 Jahre als Lehrer. Wie einst sei der Zuspruch durch den Schnitzer-Nachwuchs noch heute sehr gut. Derzeit besuchen etwa 30 Kinder und Jugendliche die Schnitzschule, dazu kommen noch einmal 20, die das Ganz-tagsangebot der Oberschule Bergstadt Schneeberg nutzen, sagt Walter Pflugbeil. Auch wenn in all den Jahren der Lehrtätigkeit auch manche "Eintagsfliege" dabei war, so legten viele ihr Schnitzmesser nicht zur Seite. "Mancher hatte so viel Talent, dass er dies als Beruf hätte ausüben können - stattdessen wurde man Arzt", erinnert sich Pflugbeil. Durch das Wirken des Schnitzlehrers, der bislang nicht an Ruhestand denkt, hat diese Volkskunst in der Region eine hohe Qualität erreicht. Bei den Erzgebirgischen Jugendkulturtagen werden Arbeiten seiner Schüler immer wieder ausgezeichnet. Aufgrund dieser Lebensleistung ernannte der Schneeberger Stadtrat ihn kürzlich zum Ehrenbürger.

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