Das Memo fürs Erzgebirge ist fertig

Carmen Krüger, Kulturwartin des Erzgebirgs- vereins, gehört mit zu den Initiatoren des Erzgebirgs-Memos und ist stolz auf das Spiel. In der "Burg" in Ehrenfriedersdorf wurde jetzt kräftig rangeklotzt - für dieses nagelneue Spiel in Mundart. Doch wie kam es überhaupt zu der Idee?

EHRENFRIEDERSDORF.

Allgemeines Gewusel im Saal der "Burg" in Ehrenfriedersdorf. Es wird gefaltet, sortiert und verpackt. Mehr als 20 Helferinnen und Helfer sind emsig bei der Sache, arbeiten im Akkord und konzentrieren sich darauf, dass ja nichts verwechselt wird. Carmen Krüger freute sich am vergangenen Samstag über die gute Beteiligung und Hilfe vom Erzgebirgszweigverein der Bergstadt und vom Jugendverein Schachtclub beim Fertigstellen des neuen Erzgebirgs-Memos. "Außerdem haben ganz liebe Freunde ohne zu zögern zugesagt", sagt die Kulturwartin vom Erzgebirgsverein begeistert.

Um das Memo richtig zu verpacken, brauchte es allerhand Übersicht. Und nicht nur den Kindern dürfte die Zuordnung der hochdeutschen und erzgebirgischen Worte, die in hübsche Bildchen gekleidet sind, viel Spaß machen. Und ganz klar: Ein "Raziehglos" ist ein Fernglas, Schuhe sind "Latschen" und eine Kerze ein "Lichtl". Zur Wahl des Erzgebirgswortes des Jahres 2018 ist das Spiel am vergangenen Sonntag im Erzhammer in Annaberg-Buchholz erstmals unter die Leute gebracht worden. 500 Schachteln mit je 35 Wortpaaren umfasst die erste Auflage des Memos.

Das Anliegen des Erzgebirgs-Memos ist klar: Es soll vor allem bei den Kindern die erzgebirgische Mundart fördern. "Die Kinder sollen über die Sprache nachdenken und sich damit beschäftigen. Wir wollen ihnen die Mundart spielerisch nahebringen, damit diese Sprache nicht untergeht", so Carmen Krüger, zugleich Leiterin der Mundartgrup- pe Ehrenfriedersdorf. Angst um den Verlust der Mundart hat das erzgebirgische Original nicht. "Do sorch iech schie miet dorfür, dass dos net passiert", stellte die Ehrenfriedersdorferin klar. Schließlich war es auch "e bissel miet" ihre Idee, dass das Memo ins Leben gerufen wurde.

Wenngleich: So ganz neu ist solch eine Art Memo nicht. Die Chefin des Erzgebirgsvereins, Gabriele Lorenz, hatte so ein Spiel aus dem Vogtland mitgebracht und alle waren begeistert. Für Carmen Krüger war klar: "Dos mach mer"! Die Kulturwartin und in erster Linie Sylvia Graupner aus Annaberg haben an der Gestaltung mitgewirkt. Ebenso mit Vorschlägen mit von der Partie, war Monika Dietze, Mundartautorin aus Crottendorf. "Das Memo ist ein Traum", schwärmte Carmen Krüger. Die fleißigen Helferinnen und Helfer, die beim Verpacken des Memos mit zugegriffen haben, pflichteten ihr bei.

Alle waren sich bei dieser Aktion darüber einig, wie wichtig es ist, die erzgebirgische Mundart zu bewahren und dabei schon bei den Jüngsten zu beginnen. "Ich finde die Idee schön, damit den Kindern den Dialekt näher zu bringen, der ja offensichtlich immer mehr verloren geht", sagte Jacqueline Grimm, die selbst Mutter zweier Kinder ist. Auch Marlies Pietsch verwies auf die Wichtigkeit, die Mundart zu erhalten. "Und hier machen alte Schachteln neue Schachteln", betonte sie mit einem Augenzwinkern zur ganzen Schachtel- falterei. Und Carmen Krüger machte deutlich: "Wir brauchen uns unserer Mundart nicht zu schämen und wir sollten so reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist." Sie wähnt das Memo als eine gute Geschenkidee für den Nikolaustag oder für Weihnachten. "Außerdam is dos e gutes Geschenk für dr Westbekanntschaft", so Krüger schmunzelnd.

Das Erzgebirgs-Memo ist in Kürze in der Touristinfo Annaberg erhältlich oder kann per E-Mail beim Erzgebirgsverein bestellt werden. info@erzgebirgsverein.de

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