Der richtige Standpunkt fürs Reden

Bei einem Workshop haben Zschorlauer Schüler viel über Körpersprache gelernt. Und dabei auch etwas über sich selbst.

Zschorlau.

Wenn Vanessa Ficker einen Vortrag vor ihrer Klasse halten soll, ist sie meistens aufgeregt. Und sie ärgert sich darüber, dass sie immer leiser wird, je länger sie vorträgt oder vorliest. Wie man Abhilfe schaffen kann, dazu hatte Claudia Kutter-Dürr von der Stiftung Lesen bei einem Workshop an der Oberschule Zschorlau für die Neuntklässlerin und weitere zwölf Lesescouts gute Tipps.

Insgesamt 25 Lesescouts aus den Klassen 5 bis 10 gibt es an der Zschorlauer Oberschule. Wie die betreuende Lehrerin Marion Merdon erklärt, ist deren Hauptaufgabe neben der Betreuung der Schulbibliothek, anderen Schülern Bücher nahezubringen. Sie machen das mit Hilfe von Podcasts, Plakaten oder Vorleserunden. Und weil sie sich dabei vor ihren Mitschülern auch präsentieren sollen, braucht es das entsprechende Handwerkszeug dazu. Das ist die Körpersprache, um die es beim Workshop für die 13 Schüler der 7. bis 10. Klasse ging.

Wie finde ich den richtigen Standpunkt? Claudia Kutter-Dürr zeigte, dass das bei den Füßen beginnt und sich bis zur Kopfhaltung fortsetzt. Damit nicht genug, denn: Wohin mit den Armen? Was ist mit den Händen? Die Empfehlung der Referentin: Beim Reden gehören die Hände unbedingt dazu, anstatt sie hinter dem Rücken zu verbergen. Und es gibt drei Gestik-Etagen: Unterhalb der Gürtellinie, oberhalb des Bauchnabels und gar darüber. Am besten sei die 2. Etage. Und was ist mit den Augen? Claudia Kutter-Dürr empfiehlt, sich bei einem Vortrag einen festen Punkt zu suchen, wo man hinblickt, aber nur nicht auf den Fußboden starren. Am allerbesten sei es allerdings, den Blickkontakt zum Publikum zu suchen, dann würde man die unmittelbare Reaktion auf das Gesagte am besten mitbekommen. Gleichwohl weiß die Referentin, dass das vor Gleichaltrigen schwierig ist und man ungewollt manchmal lachen muss.

Auch die Frage, wie man sich vor einem Vortrag entspannen kann, wurde im Workshop beantwortet. Es gibt sogenannte Selbstberuhigungspunkte, zum Beispiel in Höhe des Brustbeins. Werden die beklopft, beruhigt das. Auch langes, geräuschvolles Einatmen wurde zur Entspannung empfohlen. Bei den Zschorlauer Schülerinnen sorgte das allerdings eher für heiteres Kichern.

Auch wenn die Hauptaufgabe der Lesescouts das Vorlesen für andere Schüler ist, kann das im Workshop Vermittelte auch in anderen Situationen hilfreich sein, zum Beispiel bei Prüfungen, in Bewerbungsgesprächen, im Praktikum. "Es geht um die Körpersprache in öffentlichen Redesituationen", so die Referentin. Man sei "auf drei Kanälen unterwegs", mit Bild, Ton und Text. Um über sich selbst und die anderen ein Urteil zu finden, wie gut man das schon hinkriegt, wurden zum Ende des Workshops Videos gedreht.

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