Dornröschen schläft an neuem Platz

Auf einem Rundgang durch Eibenstock kann man jetzt 15 Märchen entdecken. Die Stadt schafft damit ein neues touristisches Angebot für Familien mit Kindern.

Eibenstock.

Dornröschen kann wieder in ihren hundertjährigen Schlaf versinken, mit einem neu genähten Rüschenkleid und ihrer aufgefrischten Bettstatt. Der Turm, in dem sie in Schlaf gefallen ist, ist eines von 15 Märchenhäuschen, die die Eibenstocker Tischlerei Thümmel in den vergangenen Wochen neu gebaut beziehungsweise aufgefrischt hat. Dornröschen ist jetzt auf der Wiese neben dem Tourist-Servicecenter zu finden. Ein Punkt auf einem 4,9 Kilometer langen Rundweg, der in der letzten Augustwoche offiziell eröffnet werden soll.

Früher standen die Märchenhäuschen auf dem Markt der Stadt. Der Standort hatte aber Nachteile: Im Schatten großer Bäume stehend, waren die Anfang der 1990er-Jahre gebauten Holzhütten zunehmend der Fäulnis preisgegeben. Zudem standen die Häuschen sehr eng beieinander, was nicht so attraktiv war für Besucher. Außerdem musste die Stadt immer wieder Zerstörungen an den Häuschen feststellen. Mit der Entscheidung, sie jetzt an verschiedenen Orten in der Stadt aufzustellen, will man - wie das Tapfere Schneiderlein - gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die neuen Standorte sind jeweils an touristischen Einrichtungen der Stadt, zum Beispiel bei den Badegärten, am Bühlturm oder bei Wurzelrudis Erlebniswelt. Die Stadt setzt darauf, dass es durch den Besucherverkehr dort zukünftig weniger Vandalismus gibt. Auch die touristischen Einrichtungen sollen davon profitieren, ebenso Gastronomen. Die wurden in ein Rätselspiel einbezogen, das Kinder beim Spaziergang von Häuschen zu Häuschen machen können. An den Standorten sind Buchstaben zu finden, die ein Lösungswort ergeben, und für dieses gibt es in den beteiligten gastronomischen Einrichtungen ein Getränk für Kinder.


In den 1990er-Jahren waren die Häuschen in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) entstanden. Bei der jetzt erfolgten Erneuerung waren die Beteiligten bemüht, den größten Teil der Innenausstattung wieder zu verwenden. Frauen vom Verein Eibenstocker Märchenweihnacht haben sich um das Einräumen der Häuschen gekümmert und Requisiten aus dem eigenen Fundus beigesteuert. Die Eibenstocker Künstlerin Elena Hatzel hat märchenhafte Motive an vier der Häuschen angebracht. "Das hat richtig Spaß gemacht, so etwas würde ich mir als Auftrag viel öfter wünschen", sagt sie.

Bei den Flyern und der Beschilderung wurde auch an Gäste aus dem Ausland gedacht - die Erklärungen gibt es jeweils in Deutsch, Tschechisch und Englisch. "Von der Antragstellung über die Genehmigung der Förderung über das Leader-Programm bis zur Umsetzung bedeutete das Verwirklichen der Idee von Wurzelrudis Märchenrundweg doch eine enorme Arbeit", sagt Henry Pansch vom Tourist-Servicecenter Eibenstock.

Er, seine Mitarbeiter, Mitarbeiter des Bauhofs und die touristischen Hausmeister habe 30 Pfosten mit insgesamt um die 100 Schilder aufgestellt. Die Kosten für das Projekt insgesamt lagen bei 70.000 Euro. "Wir wollen mit dem Rundweg auch erreichen, dass Kindern die alten Hausmärchen wieder nahe gebracht werden, vielleicht erzählt von ihren Eltern, und hoffen auf viele Familien aus der Stadt und von weiter her, die den Weg mit ihren Kindern gehen", so Henry Pansch.

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