Ein Ständchen zum 60. Geburtstag einer Institution

Zur Ausstellungseröffnung im Kulturhaus Aue kam ein Gast, der 35 Jahre lang dort ein und aus gegangen ist. Und gern wieder kam.

Aue.

Sigmar Jargosch hat es sich nicht nehmen lassen, zur Eröffnung der Ausstellung zu 60 Jahre Kulturhaus Aue auf seinem Saxofon zu spielen. Das Adagio, eines der populärsten Werke der Barockzeit von Tomaso Albinoni, sollte es sein.

Mit Saxofon, Klarinette und seiner Stimme hat der Musiker über 30 Jahre das Tanzorchester Aue mit geprägt. Das gehörte bis 1993 zum Kreiskulturhaus Aue. Deshalb war Jargosch einer der geladenen Gäste zur Ausstellungseröffnung. "Das Kulturhaus war und ist eine Institution, es hatte einen Namen weit über die Region hinaus", sagt der fast 80-Jährige. Er ging als organisatorischer Leiter und Geschäftsführer des Tanzorchesters fast 35 Jahre lang im Kulturhaus ein und aus. Schon 1962 hatte er beim damaligen Jugendtanzorchester der IG Wismut eine Stelle als Berufsmusiker bekommen. Kurze Zeit später wurde er auch da organisatorischer Leiter.

Zwei Jahre darauf verließ das Orchester das Kreiskulturhaus und kam ins Klubhaus Aktivist nach Schlema. Aber auch am Kulturhaus in Aue wollte man gern wieder ein eigenes Orchester haben. Bruno Storm, seit 1. März 1964 Leiter des Hauses, machte dem musikalischen Leiter des Jugendtanzorchesters Siegfried Händel und Sigmar Jargosch ein Angebot und sie waren Feuer und Flamme für die Idee. Insgesamt kündigten vier Musiker bei der Wismut und gründeten am 1.März 1964 das Tanzorchester Aue. "Aus einem Nichts haben wir alles aufgebaut, wir hatten ja keine Noten, keine Instrumente, keine Kleidung für Auftritte", erinnert sich der Musiker. Mit dem Motorrad seien er und Siegfried Händel damals durch den gesamten Bezirk Karl-Marx-Stadt gefahren, um Auftritte für das Tanzorchester zu verschaffen.

Das Tanzorchester Aue, später kam noch die Gruppe KES dazu, machte sich einen Namen in der ganzen Republik, reiste ins Ausland, trat mit bekannten Showgrößen, unter anderem Armin Müller-Stahl, auf. 1993 wurde dem Tanzorchester vom damaligen Landkreis Aue als Träger des Kulturhauses gekündigt. Jargosch führte es gemeinsam mit dem neuen musikalischen Leiter Frank Matthey bis zum 30. Dezember 1998 privat weiter, dann war endgültig Schluss für das Traditionsorchester. "Für uns war das Kreiskulturhaus wirklich eine Heimstätte. Es bot beste Möglichkeiten für uns", erzählt der ehemalige organisatorische Leiter.

Heute ist Jargosch noch immer als Alleinunterhalter und Solist unterwegs. Er spielt zu allen Festlichkeiten Swing, Schlager und volkstümliche Musik. Sein Repertoire umfasst weit über 200 Titel. Im Hobbyraum seiner Eigentumswohnung übt er deshalb jeden Tag von 10 bis 13 Uhr auf Saxofon, Klarinette und E-Piano. "Ich möchte anderen Freude bereiten und selbst Spaß haben", nennt er sein Credo.

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