Einweihung in Gummistiefeln und Regenjacke

Zschorlau hat einen Wasserspielplatz, dem allerdings noch eine Attraktion fehlt. Das hat hygienische Gründe.

Zschorlau.

Wasser von oben und Wasser von unten - den sieben Kindern vom Johanniter Haus der Kinder machte das am gestrigen Mittwoch zur Eröffnung des Wasserspielplatzes mitten in Zschorlau nichts aus. Sie waren gut ausgerüstet mit Regenjacken und Gummistiefeln und ließen sich nicht lange bitten, die Geräte auszuprobieren, nachdem die Erwachsenen ihre Reden beendet hatten und Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU) alles einmal vorgeführt hatte.

Zum Wasserspielplatz gehören verschiedene Pumpen und Becken mit Schiebern sowie ein Schaufelrad. Wer kräftig Wasser pumpt, kann dafür sorgen, dass über Rinnen im Boden auf dem gepflasterten Untergrund eine Wasserfläche von etwa 20 Quadratmetern Größe und bis 15 Zentimeter Tiefe entsteht. Und eigentlich wäre auch ein Trinkbrunnen Bestandteil der neuen Anlage. Aber der ist zurzeit noch mit Absperrband versehen. "Nach einer Vor-Ort-Besichtigung mit dem Gesundheitsamt haben wir entschieden, dass wir den Sprudler nicht freigeben können", erklärte Frank Kippig, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW). Der Verband hat den Trinkwasserspender aufgestellt, es ist der erste öffentliche im gesamten Verbandsgebiet. Er wird durch einen im Metallgehäuse eingelassenen Drücker bedient. Schmierinfektionen können so nicht ausgeschlossen werden. Kippig versprach eine besondere Aktion des ZWW für Zschorlau zu einem späteren Zeitpunkt, dann mit funktionierendem Trinkwasserbrunnen.

Für den vierjährigen Oskar ist es klar, dass er oft zum Spielen herkommen wird. Seine Oma Marion Leibl hatte ihn am Mittwoch vom Kindergarten abgeholt und gleich den neuen Wasserspielplatz angesteuert. "Toll, was in Zschorlau alles neu entsteht", sagte sie. Der Wasserspielplatz sei ideal für Kinder, weil sie dort durch Beobachtung auch etwas lernen könnten.

Die Gestaltung des Platzes hat insgesamt 177.000 Euro gekostet, 133.000 Euro gab es über das Leaderprogramm "Vitale Ortskerne" als Fördermittel. Gebaut wurde von Mitte März bis Ende Juni. Der Postplatz gehört zum neuen Ortszentrum, das sich bis zum Haus der Vereine hinzieht. "Zschorlau hatte bis zu den 1990er-Jahren kein Ortszentrum. Um ein solches zu schaffen, wurde das Grundstück erworben und umgestaltet", blickte der Bürgermeister in die Geschichte zurück. Vor drei Jahren sah man den Bedarf, diesen Teil des Postplatzes noch einmal neu zu gestalten. Eine Umfrage im Ort ergab, dass sich die meisten einen Wasserspielplatz für Kinder wünschten.

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