Erkundung beendet: Schacht wird geflutet

Im Luchsbachtal bei Pöhla will die Firma SME ein Erzbergwerk betreiben. Selbst wenn jetzt Anlagen zurückgebaut werden: Die Vorbereitung läuft weiter, der Rahmenbetriebsplan liegt öffentlich aus. Geht im Sommer 2020 der Bau des Hauptzugangs los?

Pöhla.

Als die drei großen Winden am Fördergerüst des Erkundungsschachts im Luchsbachtal bei Pöhla demontiert und abtransportiert werden, bleibt das Passanten nicht verborgen. Fragen machen die Runde: Gibt die Saxony Minerals & Exploration AG (SME) ihr Vorhaben, in Pöhla ein Erzbergwerk in Betrieb zu nehmen, etwa auf? Klaus Grund, für Planung, Technologie und Strategie zuständiger SME-Vorstand, kennt solche Gerüchte und winkt ab: "Wir halten an unseren Planungen fest, und die Vorbereitung läuft weiter." Doch was ist mit den Winden? "Sie wurden beim Anlegen des Erkundungsschachts sofort gebraucht und deshalb kurzerhand gemietet. Jetzt haben wir zwei neue gekauft - eine Förder- und eine Notfahrwinde."

Der Erkundungsschacht in einiger Entfernung zum künftigen Bergwerksgelände hat seine erste Aufgabe erfüllt. "Wir sind 176 Meter nach unten und mussten dort keine langen Strecken in die Lagerstätte auffahren, um das notwendige Erz für die Pilotaufbereitungsanlage in Mittweida zu gewinnen", so Grund. Rund 3000 Tonnen stehen für Tests auf der 2500 Quadratmeter großen Anlage zur Verfügung, um das optimale Verfahren zum Herauslösen gefragter Rohstoffe zu finden.

Da es viel Geld kosten würde, den vorerst nicht mehr gebrauchten Erkundungsschacht wasserfrei zu halten, wird er geflutet. In etwa zwei Jahren soll er wieder freigepumpt werden, damit er als zweiter Fluchtweg und als Frischluftzufuhr für das eigentliche Bergwerk dienen kann.

All das, was SME am Standort des Erkundungsschachts nicht mehr benötigt, wird ausgeräumt, zurückgebaut, abtransportiert: Büro- und Sanitärcontainer, Kompressoren, Betonsilos, Sprengmittelbunker. Die Winden erhalten eine Einhausung. Stehen bleibt die Wasserbehandlungsanlage. Wie es mit der weitergeht, entscheidet sich frühestens in zwei Jahren. "In Anspruch genommene Flächen bringen wir in Ordnung. Unser Gelände wird auf etwa 50 mal 50 Meter verkleinert und mit einem Schutz-Sicherheitszaun umgeben. Im April soll das weitgehend erledigt sein", erklärt Grund. Er begleitet das Vorhaben vom ersten Tag an, hält auch Kontakt zum Betreiberverein des Besucherbergwerks Zinnkammern, das durch die SME-Pläne nicht in Gefahr geraten soll.

Im künftigen Bergwerksgelände weiter oben im Tal kaufte das Unternehmen das aus Wismut-Zeit stammende Haus, in dem früher die Gaststätte "Zur Zinnkammer" zu finden war. "Wir nutzen es als Aufenthalts- und Sanitärgebäude, erst recht natürlich, wenn die Arbeiten hier richtig losgehen", erklärt der Vorstand. Wasdas laufende Planfeststellungsverfahren beim Sächsischen Oberbergamt angeht - derzeit liegt der Rahmenbetriebsplan auch im Bauamt im Schwarzenberger Rathaus zur Einsichtnahme aus -, ist er optimistisch, trotz der von Umweltschützern besonders zur geplanten Halde schon bekundeten Bedenken: "Liegt alles vor und wird der Plan nach Abwägen der Stellungnahmen genehmigt, ist ein Baubeginn an der Rampe als Hauptzugang zum Bergwerk im Sommer 2020 denkbar."

Bei Lieferanten und Dienstleistern setzt SME nach eigenen Angaben zu 90 Prozent auf die Region, außer bei Spezialmaschinen und Messgeräten. Laut Vorstand wurden bisher gut zehn Millionen Euro in das Pöhlaer Vorhaben, inklusive Pilotaufbereitung, investiert. "Das sind alles Vorleistungen, wir verkaufen ja noch kein Erz", sagt Grund. Derzeit sind 32 Leute beschäftigt. Auch der Mann, den im Juli 2018 ein schwerer Förderkorb am Kopf getroffen hatte, gehört nach wie vor zur Belegschaft. Es gehe ihm soweit gut, heißt es. Als Bergmann werde er nicht mehr arbeiten. SME sicherte zu, ihn zum Laboranten umzuschulen und in der Aufbereitung in Pöhla einzusetzen.

Der Rahmenbetriebsplan liegt noch bis 26. Februar im Bauamt Schwarzenberg aus. Der Ortschaftsrat Pöhla beschäftigt sich am 24. Februar in der Mehrzweckhalle voraussichtlich ab 18 Uhr öffentlich mit dem Thema. Tags darauf laden Grüne und BUND für 18 Uhr in die Vogelbeerschänke Pöhla ein.

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