Erzgebirger finden drei Kilogramm Trüffel im Vorgarten

Eine Familie in Lauter-Bernsbach entdeckt auf dem heimischen Grundstück immer wieder Pilze, die Gourmet-Köche schätzen. Verkaufen lässt sich die Spezialität aber nicht.

Lauter-Bernsbach.

Trüffel sorgen für exklusiven Geschmack in Gourmet-Gerichten. Einige gehören zu den teuersten und kulinarisch wertvollsten Pilzen. Peter Sadler aus Lauter-Bernsbach könnte Feinschmeckergerichte damit fast täglich auf dem Tisch haben. Bei ihm im Garten wachsen nämlich die seltenen Karthäusertrüffel. Von Anfang Oktober bis jetzt hat er bereits rund drei Kilogramm davon geerntet. Am 20. Dezember waren es noch einmal mehrere Knollen mit einem Gewicht von etwa 300 Gramm.

"In diesem Jahr ist die Ausbeute wirklich sehr groß", sagt der 71-Jährige. Erstmals vor zwei Jahren war er zufällig auf die unterirdisch wachsenden Pilze gestoßen - beim Umgraben unter einer Douglasie. Er vermutet, dass mit den Bäumen, die er vor ungefähr 20 Jahren in seinem Garten gepflanzt hat, der Pilz "eingeschleppt" wurde. Denn dieser lebt in Symbiose mit Nadelbäumen.

Im vergangenen Jahr gab es im Garten der Familie Sadler gar keine Trüffel, in diesem Jahr wiederum sehr viele. "Das hängt mit dem milden Wetter zusammen, sobald der erste Frost da ist, wachsen sie nicht mehr", weiß der Bernsbacher. Das Pilzesammeln ist eines seiner Hobbys. Beim ersten Fund wusste er allerdings nichts mit den Trüffeln anzufangen und wandte sich an den Pilzsachverständigen Frank Demmler. Von ihm erfuhr er, dass es sich um eine seltene Pilzart handelt. Wahrscheinlich gibt es nur zwei Fundstellen im Erzgebirge.

Verkauft werden dürfen die Trüffel nicht. Weil es sich um eine seltene Art handelt, gibt es dazu strenge Regeln in Deutschland. "Wir haben aber viele Abnehmer in der Bekanntschaft und Verwandtschaft", so Sadler. Zur Verarbeitung und Verwendung der Spezialität mussten sich er und seine Frau Sigrid zunächst informieren. "Wir verwenden sie gern auf Nudelgerichten. Von Bekannten bekamen wir den Tipp, dass Trüffelscheiben auf Rührei lecker schmecken. Wir trocknen die Trüffel auch in Scheiben und machen daraus Pulver, einfrieren kann man sie auch." Erst in den vergangenen Tagen hat Sadler erneut ein besonders großes Exemplar ausgegraben, 200 Gramm schwer und fast so groß wie ein Apfel. Sie würden zwischen 5 und 15 Zentimeter tief in der Erde liegen und wenn sie an Umfang zunehmen, das Erdreich darüber auseinander drücken - so kann man sie finden. Mittlerweile weiß der Bernsbacher natürlich, an welchen Stellen in seinem Garten er fündig werden kann.

Für das Ehepaar verbinden sich mittlerweile auch lustige Geschichten mit dem Trüffel-Fund in ihrem Garten. "Ich habe für das Aufspüren Helfer bekommen - unsere drei Katzen", sagt der 71-Jährige. Er denkt, dass die Tiere vom Geruch der Trüffel angezogen werden. Sind die reif, verströmen sie ein sehr intensives Aroma. Die Katzen buddeln die Knollen aus und spielen damit.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...