Familie von Sophie wartet auf Bescheid

Verkehrsverbund äußert sich zwei Monate nicht

Zwönitz.

Seit mehr als zwei Monaten wartet Jörg Richter nun schon auf einen Bescheid vom Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Damit entscheidet sich, ob es eine Lösung gibt für den Weg zur Schule, den Jörg Richters Tochter Sophie-Florienne täglich nimmt. Das Mädchen mit Down-Syndrom muss aus dem heimischen Zwönitzer Ortsteil Hormersdorf zur Oberschule nach Gersdorf kommen. Diese hält die Familie für die am besten geeignete Schule für ihre Tochter, die die 5. Klasse besucht.

Das sieht das Verkehrsunternehmen anders. Denn mit dem neuen Schulgesetz, das einen Rechtsanspruch auf Inklusion an jeder Oberschule einräumt, ist die Einrichtung im 25 Kilometer entfernten Gersdorf für das Mädchen nicht mehr die nächstgelegene Schule. Nur zu dieser - das wäre in Thalheim - besteht für den VMS Beförderungspflicht. Übernehmen würde der VMS auch die Fahrt in die Förderschule nach Oelsnitz. "Doch Sophie braucht gesunde Kinder um sich herum, das tut ihr gut", ist ihr Vater überzeugt. Er bemüht sich deshalb, dass Sophie wenigstens bis nach Oelsnitz mitgenommen wird und er die restlichen fünf Kilometer privat bezahlt. Ein Taxiunternehmen sei dazu bereit. Doch der VMS trägt das nicht mit, weil Sophie dann erst kurz nach Schulbeginn vor Ort wäre, wie der Verband den Eltern in einem Schreiben mitteilte. Auf eine offizielle Reaktion auf ihren Widerspruch warten die Richters indes bis heute.

Daher sind es nach wie vor zwei Mini-Jobber, die Richter angestellt hat, damit sie seine Tochter jeden Tag nach Gersdorf fahren. (kan)

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