Feinkostfirma setzt bei Neuanfang aufs richtige Rezept

Mehr Produkte und mehr Mitarbeiter: Bei Feinkost Schwarzbach in Schneeberg brummt das Geschäft wieder. Dabei stand der Betrieb nach einem verheerenden Brand im Herbst 2014 zunächst vor dem Nichts.

Schneeberg.

Schaut man heute in die Produktionsräume der Firma Schwarzbach Feinkost in Schneeberg erinnert nichts mehr an das tragische Unglück vor knapp fünf Jahren. Damals schien nach einem verheerenden Feuer das Aus für die Schneeberger Feinkostfabrik besiegelt zu sein. Doch Aufgeben kam für Geschäftsführerin Diana Schwarzbach-Huber nicht in Frage. Innerhalb eines Jahres wurde der Betrieb neu errichtet. Inzwischen hat das Unternehmen sogar mehr Produkte auf dem Markt als vor dem Brand, darunter Gräupcheneintopf, Pilzsalat und den ebenso beliebten Erzgebirgischen Nudelsalat. Auch die Anzahl der Mitarbeiter ist seither gestiegen. Waren vor dem Brand bis zu 40 Mitarbeiter beschäftig, so sind es derzeit um die 45.

Unter dem Namen Schneeberger Kartoffelerzeugnisse und Feinkost wurde das Unternehmen am 1. Juli 1991 von Gunter Schwarzbach gegründet. Bis 1997 befand sich die Feinkostabteilung dabei noch in der Nähe der Bad Schlemaer Feuerwehr. In jenem Jahr wurde allerdings das Firmengebäude in der Joseph-Haydn-Straße 3 erweitert, sodass sich von da an die Feinkostabteilung zusammen mit dem Kartoffelschälbetrieb unter einem Dach befand. 1997 brachte das Unternehmen mit Würzfleisch zudem das erste Tiefkühlprodukt auf den Markt.

In den anschließenden Jahren folgten weitere neue Produkte, die auch bei immer mehr Handelsketten gelistet wurden. 2012 stellte das Unternehmen den Kartoffelschälbetrieb ein. "Dieser Firmenbereich rechnete sich nicht mehr", so Diana Schwarzbach-Huber, Tochter von Firmengründer Gunter Schwarzbach.

Als der Betrieb am 20. November 2014 aufgrund eines Kesselbrandes komplett niederbrannte, war Diana Schwarzbach-Huber gerade erst seit einem Jahr neue Geschäftsführerin. Mit viel Mut managte sie zusammen mit ihrem Vater die Krise. "Mittlerweile listen sogar noch mehr Handelsketten unsere Produkte", sagt sie stolz. Der Umsatz hat sich seit dem Wiederaufbau jährlich gesteigert und ist nun ebenso höher als vor der Katastrophe. "Wir halten vor allem an alten Rezepturen fest. Sie stellen unsere meistverkauften Produkte dar", sagt die 43-jährige Schneebergerin. Der Kassenschlager ist dabei ihr erzgebirgischer Kartoffelsalat: "Davon produzieren wir rund 500Tonnen im Jahr."

Auch vegetarische Produkte - seit einigen Jahren bundesweit im Kommen - hat der Feinkostbetrieb im Sortiment. "Wir haben bisher bloß nie explizit darauf hingewiesen", erklärt Diana Schwarzbach-Huber. Auf Kundenwunsch können aber verschiedene Produkte, wie etwa die Kartoffelsuppe mit Würstchen, fleischlos hergestellt werden. "Die Nachfrage danach ist noch sehr gering. Es lässt sich allerdings der Trend erkennen, dass unsere Kunden zunehmend zu kalorienärmeren Produkten greifen", berichtet sie.

So produziert das Unternehmen seit Anfang der 2000er-Jahre neben Schweine- auch Geflügelwürzfleisch. Dieses hat pro 100Gramm 115 Kilokalorien im Vergleich zu Schweinewürzfleisch mit 129 Kilokalorien. "Das war anfangs ein Nischenprodukt. Mittlerweile wird es genauso viel gekauft wie Schweinewürzfleisch", sagt Schwarzbach-Huber. "Hauptsächlich von Frauen. Sie stufen das Produkt gesünder ein und bevorzugen den weniger kräftigen Geschmack."

Insgesamt 40 verschiedene Feinkostsalate in verschiedenen Packungsgrößen stellt das Familienunternehmen her. Zum Sortiment gehören auch sechs Sorten Suppen, die auch in einer 300 Gramm mikrowellengeeigneten Portionsschale erhältlich sind, sowie zehn Tiefkühlfertigprodukte. Die Waren sind unter anderem in den Märkten von Edeka, Rewe, Kaufland und Globus in ganz Sachsen und Teilen Süd- und Ostthüringens zu finden. Die absatzstärksten Produkte gibt es sogar in allen neuen Bundesländern.

"Wöchentlich werden circa 30Tonnen an fertigen Produkten produziert und verkauft", so Diana Schwarzbach-Huber, die dabei auch immer auf der Suche nach Lücken am Markt ist. "Wir springen zum Beispiel deshalb auf den Markt der Tiefkühlpizzen nicht mit auf. Die Konkurrenz in diesem Bereich ist zu groß. Davon abgesehen ist es auch ein ganz anderer Herstellungsprozess." Zu Plänen für neue Produkte verrät sie nur so viel: "Wir möchten weiterhin gesund wachsen und an neuen Rezeptideen tüfteln."

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