Geldsegen für altes Hammerherrenhaus

Für die Sanierung des Gebäudes brauchen die Mitglieder des Fördervereins Geschichte Carlsfeld einen langen Atem. Ihr Engagement bekam jetzt einen neuen Schub.

Carlsfeld.

Jeder hofft insgeheim auf ein Geschenk zur Weihnachtszeit. So auch der Förderverein Geschichte Carlsfeld. Für das alte Hammerherrenhaus im Eibenstocker Ortsteil Carlsfeld steht jetzt eine Fördermittelzusage in Höhe von 118.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes in Aussicht. Dazu kommen 87.000 Euro vom Freistaat. Mit dem Eigenanteil, den die Mitglieder des Vereins leisten, ergibt sich eine Investitionssumme von 230.000 Euro.

Mirko Sauerbaum, Vorstand des Vereins, zählt auf, was mit dem Geld alles gemacht werden soll: Alle Fenster und die Fassaden werden erneuert, die Eingangstüren in ihren originalen Zustand zurückversetzt, und ein Teil der Trockenlegung des Gebäudes soll realisiert werden. Nach Ausschreibung und Auftragsvergabe werden die Firmen wohl erst im Frühjahr loslegen können. Gleiches gilt für die Eigenleistungen der Vereinsmitglieder. Sie für Arbeitseinsätze zusammenzuholen, ist nicht leicht. Denn es gibt viele, die weit verstreut auf der ganzen Welt leben. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Nachfahren des Hammerherren Veit Hans Schnorr von Carolsfeld, Erbauer des denkmalgeschützten Gebäudes, sich in vielen Ländern ansiedelten. Auf jenen bedeutenden Schneeberger Bergherren geht die Gründung des Ortes Carlsfeld 1676 zurück.

Der Förderverein zählt aktuell 70Mitglieder. Fünf- bis zehnmal trifft man sich pro Jahr zu Arbeitseinsätzen. Manch Helfer bleibt dann gleich mal für mehrere Wochen in Carlsfeld, wie Bernd Schnorr von Carolsfeld aus Kanada. "Es sind so fünf, sechs Enthusiasten, die bei Einsätzen immer bereit stehen", sagt Mirko Sauerbaum. Allein für die Sanierung des Daches stehen 2000 Stunden Eigenleistungen zu Buche.

Das Haus wurde 2011 vom Förderverein gekauft. Das Nutzungskonzept sieht vor, es so herzurichten, dass es später 14 Ferienzimmer und drei Räume für öffentliche Veranstaltungen bietet. Allerdings wird man dafür einen langen Atem brauchen. Sauerbaum rechnet mit 15 bis 20 Jahren, die die Sanierung insgesamt dauert. Zwischen 900.000 Euro und einer Million Euro schätzt er dafür als Gesamtkosten.

Das Haus gehörte 150 Jahre der Eibenstocker Forstverwaltung und wurde nach dem Krieg als Wohnhaus genutzt, von Leuten, die im Forst tätig waren. "In DDR-Zeit wurde es nie als historisch wertvolles Denkmal gesehen", sagt Sauerbaum. Es glich einer Entdeckungsreise, als es an die Sanierung ging. So trat unter den abgehängten Decken die eigentliche Balkenkonstruktion hervor. Die Balken sind kobaltblau gestrichen, haben ein Dekor aus Blattgold. Das alles soll originalgetreu wieder hergestellt werden.

Laut Sauerbaum kommt dem Hammerherrenhaus auch deshalb eine so große Bedeutung zu, weil Veit Hans Schnorr die Entwicklung von Carlsfeld initiierte. Er stiftete die Kirche im Ort, sie gilt als "Mutter der Frauenkirche" und ähnelt jenem berühmten Bauwerk in Dresden.

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