Golfpark verbindet Sport und Tourismus

Der 18-Loch-Platz in Bad Schlema ist zwar noch ein Zuschussgeschäft, aber bei Golfern aus nah und fern beliebt - wegen der Natur und des tollen Weitblicks.

Aue-Bad Schlema.

Es ist der vielleicht teuerste Golfplatz der Welt. In der Sanierung der ehemaligen Halde, auf der sich das satte Grün mit 18-Loch-Anlage befindet, stecken um die 200 Millionen Euro. Trotzdem bezweifelt keiner, dass es vor zehn Jahren die richtige Entscheidung war, den Golfpark Westerzgebirge aus dem Boden zu stampfen. Kunst und Sport verbinden sich zum 10. Geburtstag - in Form einer Skulptur von Holzbildhauer Robby Schubert mit dem Titel "Golf mit Weitblick". Weitblick, weil der auf dem Platz Programm ist. So können Golfer den Blick ins Erzgebirge und auf seine Berge schweifen lassen.

"Diese außergewöhnliche Lage zeichnet uns aus", sagt Klaus-Dieter Neubert. Der Präsident des Golfclubs verhehlt nicht, dass es nach wie vor ein Zuschussgeschäft ist. "Der Platz ist defizitär", bestätigt Jens Müller, früherer Bürgermeister des Kurorts. "Aber wir bereuen den Schritt nicht. Wir standen damals vor der Wahl, die Halde zuwachsen zu lassen oder das Areal sportlich und touristisch zu nutzen." Auch Heinrich Kohl, Oberbürgermeister der fusionierten Stadt Aue-Bad Schlema, steht zum Golfplatz. "Ein wertvolles Aushängeschild."


Das Kleinod zu hegen und zu pflegen, kostet laut Klaus-Dieter Neubert viel Kraft. "Im Flachland wäre es einfacher. Aber hier sind die Winter härter und länger. Schäden durch Wildschweine kommen dazu." Das alles koste Nerven und Geld. "Doch bis jetzt haben wir es immer noch hinbekommen." Derzeit hat der Club 235 Mitglieder. Deren Beiträge allein reichen nicht. So wirbt man mit im Schnitt 25 Turnieren pro Jahr auch um Golfer von auswärts. "Teils herrscht da richtig Gedränge. Grundsätzlich sind wir gut gebucht und hoffen, dass sich das noch entwickelt", so Neubert.

Die Rasenpflege stelle dabei eine zentrale Herausforderung dar. "Der Platz lebt von der Natur drumherum und von der Arbeit unserer Greenkeeper", erklärt Neubert, wobei man stets auf Unterstützung der Platzpfleger des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue bauen könne. "Wir tauschen uns rege aus, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das ist ja nicht einfach eine Wiese, der Rasen bedarf schon einer intensiveren Pflege", so der Club-Chef. Im Gegenzug bestehe eine Kooperation, über die Aues A-, B- und C-Junioren-Kicker schon mal den Schläger schwingen dürfen. Neubert: "Denn es ist uns auch ganz wichtig, den Leuten zu vermitteln, dass Golf nichts Elitäres ist, sondern jedermann ansprechen kann." Aus diesem Grund gibt es regelmäßig auch Schnuppergolfen und einmal im Jahr einen Tag der offenen Tür.

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