Großvermieter improvisiert bei Neubau

An Corona ist auch die Wohnungsbaugesellschaft Bergstadt Schneeberg nicht vorbeigekommen. So gab es Verzögerungen bei Bauarbeiten. Dafür war 2019 ein umso erfolgreicheres Jahr.

Schneeberg.

Die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Bergstadt Schneeberg blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Dieses Fazit hat Geschäftsführer Peter Stimpel bei der Vorstellung der Bilanz gezogen. "Wir haben 2019 soviel wie seit Jahren nicht investiert", erklärte er. Trotz eines um zwei auf 6,53 Millionen Euro gestiegenen Investitionsvolumens, konnte unterm Strich ein positives Jahresergebnis von insgesamt 510.000 Euro erreicht werden.

Mit seinen Investitionen will der Großvermieter in der Bergstadt die Vielfalt des Wohnens weiter ausbauen. Dabei ist die weitere Entwicklung der Wohngebiete ein Schwerpunkt. "Rund 25 Millionen Euro sollen in den nächsten zehn Jahren investiert werden", erklärte Peter Stimpel. Neben der Gestaltung von Fassaden werden 2020 und 2021 mehr als 100 neue Autostellplätze geschaffen. Darüber hinaus sollen weitere 40 Wohnungen mit neuen Aufzügen bequem erreichbar sein. Weiterhin sind über 100 neue Balkone im Bereich der Alten Siedlung und der Auer Straße geplant.

Mit dieser Quartiersentwicklung wurde bereits 2019 begonnen. Dabei habe die Erweiterung des Angebotes von barrierefreien und barrierearmen Wohnungen im Mittelpunkt gestanden. So wurde als größte Einzelmaßnahme das Wohngebäude Keilbergring 19 mit acht Aufzugsanlagen versehen, die das Erreichen der Wohnungen vor allem für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen erleichtern. Nach Fertigstellung wurden die Außenanlagen gestaltet und zusätzliche Stellplätze für die Mieter des Gebäudes geschaffen. 1,6 Millionen Euro investierte dort die WBG.

"Die Entwicklung der Quartiere ist ein wesentlicher Baustein, um unseren langjährigen Mietern schrittweise noch bessere Wohnbedingungen zu ermöglichen", erklärte Stimpel. Aber auch die Neuvermietung stehe im Fokus. So konnten 2019 insgesamt 247 Wohnungen neu vermietet werden, wovon 60 Prozent Zuzüge aus anderen Gemeinden waren. "Was uns besonders erfreut", so der Geschäftsführer, "sind 40 Wohnungen, die an junge Familien übergeben worden. Und wir sehen, dass es eine zunehmenden Nachfrage bei jungen Familien nach größeren Wohnungen gibt."

Weitere Schwerpunkte des Unternehmens waren Investitionen im Altstadtbereich. Die Sanierung des sogenannten Goethehauses am Markt geht laut Stimpel weiter voran. Dort entstehen ein Restaurant sowie Übernachtungsmöglichkeiten in Form von Fremdenzimmern. Auch die ehemalige "Königlich-Sächsischen Zeichen- und Klöppelschule" an der Schillerstraße 22 soll dieses Jahr fertig werden. Die ersten Mieter konnten schon einziehen. Allerdings musste aufgrund des Bauverzugs wegen Corona die Wohnungsbaugesellschaft extra zwei provisorische Treppenanlagen errichten. Denn die Firma, die die Laubengänge zwischen dem Alt- und dem Neubau anbringen sollte, vertröstete die WBG auf August. Also musste der Großvermieter den Höhenunterschied von sechs Metern mit einem Gerüst ausgleichen. Doch bereits in den nächsten Wochen werden die letzten Wohnungen an ihre neuen Bewohner im Neubau übergeben.

Selbst nach dem Abschluss dieser großen Projekte will die WBG weiter in Schneeberg investierten. Derzeit werde die Planung zur Sanierung der alten Post samt Neubau im Zentrum der Bergstadt vorbereitet. Dort stehe der Baustart unmittelbar bevor. Geht alles nach Plan, ist Ende 2021 die Fertigstellung vorgesehen. Neben Geschäften, Wohnungen könnten in der neuen Passage auch Arztpraxen entstehen. Rund 4,5 Millionen Euro will die WBG in diesem Bereich investieren.

Beharrlichkeit zeichnet den Schneeberger Großvermieter beim Thema Mietschulden aus. "Wenn Mieter in Rückstände geraten, dann kümmern sich die WBG-Mitarbeiter darum", erklärt Peter Stimpel. Statt ein Inkasso-Unternehmen zu beauftragen, suche man zunächst das Gespräch mit den Betroffenen. "Das Engagement aller Mitarbeiter bei der Begleitung von Mietern mit Zahlungsschwierigkeiten zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit hat einen neuen Bestwert in 2019 erreicht. In den vergangnen vier Jahren konnten die Mietrückstände um 37 Prozent reduziert werden", so der Geschäftsführer. Die Corona-Pandemie werde jedoch vermutlich keinen Einfluss auf die Mieteinnahmen im laufenden Jahr haben.

Insgesamt verfügt das Wohnungsunternehmen über 2439 eigene Wohnungen. 259 werden für andere Eigentümer verwaltet. Die Bilanzsumme stieg 2019 auf 44,3 Millionen Euro. Die Umsätze lagen über zehn Millionen Euro.

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