In Bernsbach fliegen wieder die Späne

Künstler haben den Dorfplatz in Beschlag genommen. Aus wuchtigen Brocken formen sie detailreiche Skulpturen für einen Rundweg im Ort.

Lauter-Bernsbach.

Ein Kopf und vier Beine, wie sonst soll ein Bär aussehen? Friedhelm Schelter schmunzelt, als er das sagt. "Keine Sorge, ich habe eine Idee im Kopf", fügt der Holzbildhauermeister aus Königswalde hinzu. Sein Arbeitsplatz ist für die nächsten zwei Tage der Dorfplatz in Bernsbach. Drei weitere Kollegen komplettieren die Runde, die sich über Schaulustige freut. Wer sehen will, wie aus klobigen Holzblöcken figürliche Skulpturen entstehen, ist beim Holzbildhauersymposium am heutigen Freitag und morgigen Samstag genau richtig.

Nur viel Zeit zum Plaudern wird den Mitgliedern der Künstlergruppe Exponart kaum bleiben. Sie sägen, fräsen, schnitzen und schleifen im Akkord, um die Figuren für den neuen Bärenrundweg in Bernsbach fertig zu bekommen. Es ist nach 2018 der zweite Durchgang für insgesamt acht Figuren. "Das Zeitfenster ist mit drei Tagen schon knapp. Deshalb geht es sofort scharf. Aber ich denke, wir kriegen es alle hin", sagt Jesko Lange, der einen Spankorbmacher formt. Dem Holzbildhauermeister liegen Auftragsarbeiten. "Ich erfülle zum Großteil Wünsche von Kunden, die genaue Vorstellungen haben", so der Zschorlauer. Die Bernsbacher Skulpturen sollen dem Konzept des 13 Kilometer langen Rundwegs entsprechen, der mit dem Bär das örtliche Wappentier im Namen trägt. "Unterwegs soll an lokale Sagen und einstige Gewerke erinnert werden", sagt Lydia Georgi, Sachbearbeiterin in der Stadtverwaltung. So sind voriges Jahr schon Köhlerei, Heilbrunnen- und Wunderblumensage in die Werke eingeflossen. Seit Ende 2016 ist der Bärenrundweg Thema und soll stimmiges Gegenstück zum Vogelbeerrundweg in Lauter werden. Kosten: 60.000 Euro. Noch diesen Monat beginnen auf einem Teilabschnitt Bauarbeiten, bei denen Rasengitter verlegt werden. Weiterhin sind Info-Tafeln geplant. "Wir hoffen, dass wir 2020 Einweihung feiern können", so Georgi.


Soweit denken die vier Künstler momentan nicht. Erst mal befreiten sie die etwa 1,50 Meter hohen Klötze mit einem Durchmesser von rund 80 Zentimetern von der Rinde. Sofort kam ein säuerlicher Geruch auf. "Typisch für Eiche. Das zieht auch Wespen an", so Lange. Doch das Material sei gut. "Sieht alles prima aus", sagt Schelter.

Erste Konturen zeichnete Robby Schubert mit Kreide auf den Holzstamm, den er zum "Steinernen Herz" formt - angelehnt an eine Bernsbacher Sage. Die Kettensäge war erstes Werkzeug seiner Wahl. "Fräse und Schnitzeisen folgen später", so der Lößnitzer. 2018 schuf er einen Mönch als Sagenfigur. Auch zum Herz fiel ihm sofort etwas ein. Hartmut Rademann aus Schwarzenberg setzt das alte Handwerk der Schwefelfadenzieher als Thema um. Zu entdecken gibt es für Zaungäste am Freitag von 10 bis 17 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr - dann erfolgt die Übergabe - also eine ganze Menge.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...