Jagdhornbläser feiern im Feuerschein Schutzheiligen

Die Hubertusmesse unter freiem Himmel hat in Grünhain Tradition. Sie lockte auch in diesem Jahr Jäger und Interessierte an.

Grünhain.

Im Klostergelände zu Grünhain ist es am Sonntagabend nicht wirklich hell. Es leuchten die wenigen Straßenlaternen. Um ein Lagerfeuer haben sich 250 Besucher, darunter auch etliche Jäger versammelt, denn am Sonntag war Hubertustag. Traditionell am 3. November laden die Original Grünhainer Jagdhornbläser zur Hubertusmesse ein - zum zehnten Mal ins Klostergelände. Angefangen hatte alles vor 27Jahren auf dem alten Friedhof. Mit dem Hubertustag wird dem Schutzheiligen der Jäger gedacht.

Hubertus soll - laut Überlieferungen - ein Jäger gewesen sein, der ziemlich zügellos das Wild jagte. Er sah die Jagd als Leidenschaft und ließ sich weder von Ethik noch von Feiertagen von der Jagd abhalten. Nach dem Tod seiner Frau zog er in die Wälder und ernährte sich ausschließlich vom Fleisch erlegter Tiere. Dann kam es zu einer wegweisenden Begegnung. Hubertus traf auf einen Hirsch, der zwischen seinem Geweih ein leuchtendes Geweih trug. Dies war mit der Erkenntnis verbunden, dass die Jagd nicht allein dem Selbstzweck diene, sondern eine wichtige Aufgabe erfülle und Verantwortung für die Tiere des Waldes bedeutet.

Das große Schlagwort war in diesem Zusammenhang "Achtung vor dem Geschöpf". Bis heute gehört diese zu den Verhaltensgrundsätzen der Jägerschaft. Symbolisch stand deshalb in Grünhain am Sonntag auch ein Geweih mit Kreuz am Lagerfeuer. Dieses wurde durch einen Scheinwerfer angestrahlt und hatte damit eine ganz besondere Wirkung. Es erinnerte tatsächlich im weitesten Sinne an die Darstellung der Begegnung zwischen Hubertus und dem Hirsch mit dem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih.

Bis heute werden auch Hubertusmessen gefeiert - meist allerdings in Kirchen. Die Hubertusmesse im Freien - bei Wind und Wetter - ist die Ausnahme. Doch in Grünhain hat sie einfach Tradition. Deshalb unterstützt Reinhart Frey aus Grünhain von der Jägerschaft auch die Jagdhornbläser und sorgt mit dem Lagerfeuer für romantische Stimmung. "Ich mag die Musik, weil ich selbst Jäger bin", sagt er und findet, dass sich der ganze Aufwand lohnt. "Das ist doch hier bei uns in Grünhain gewachsen und muss einfach fortgesetzt werden. Die Besucher sind ja immer wieder begeistert", so Frey und ergänzt: "Die Jäger kommen nicht nur von hier, sondern aus allen Teilen des Erzgebirgskreises."

Andreas Schkranz aus Grünhain lässt sich die Hubertusfeier nicht entgehen: "Früher ging ich selbst auf Jagd, doch leider reicht die Zeit dafür nicht mehr", so der 59-Jährige. Zudem hadert er ein bisschen mit den sächsischen Vorschriften, die ihm zu sehr aufgeweicht sind. Vor allem die Möglichkeit, Rehböcke bis in den Januar schießen zu dürfen, ärgert ihn. "Ich habe zu DDR-Zeiten meinen Jagdschein gemacht. Da war das ganz anders."

Auch seine Tochter Christin Gruß ist Jägerin. Für die 30-Jährige ist die Hubertusmesse eine gelebte Tradition. "Es ist ein Gedenktag und damit ein Stück wichtige Geschichte", sagt sie. "Die, die nicht zur Jagd gehen, sagen vielleicht, es ist immer dasselbe", so Gruß. Für die Jäger sei es aber immer auch eine Möglichkeit, das Jahr Revue passieren zu lassen, so Gruß.

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